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Morphologie und physiologie der mandibeldrüse einiger bienen-arten (apidae)

Research paper by J. Oscar Nedel

Indexed on: 01 Mar '60Published on: 01 Mar '60Published in: Zoomorphology



Abstract

Die Mandibeldrüse vonTrigona scaptotrigona erzeugt ein Duftsekret, das bei der Alarmierung verwendet wird. Die anatomischhistologischen Verhältnisse dieser Drüse werden untersucht; sie besteht aus einem einschichtigen Drüsenepithel und ist vom Schlüpfen bis zum Tode der Tiere funktionsfähig. Die Zellen sind vom Typ der Ampullendrüsenzellen, in denen ein gewundenes Röhrchen liegt, das das Sekret in das Drüsenlumen leitet.Nach Abgabe von größeren Mengen des Sekretes werden in den Drüsenzellen rasch die Vorstufen desselben mobilisiert und frisches Sekret abgesondert, so daß nach etwa 20 min wieder größere Mengen vorhanden sind.Die Mandibeldrüse derApis-♀ ist beim Schlüpfen noch außer Funktion; sie erfährt ihre stärkste Entwicklung zur Zeit des Hochzeitsfluges. Messungen an Drüsenzellen, Deutung des histologischen Bildes der Drüse und verschiedene Versuche führen zur Annahme, daß sie beim Hochzeitsflug als Duftorgan zur Anlockung der ♂♂ wirkt.Entfernung der Mandibeldrüse an lebendenApis-♀♀ zeigte, daß die Tiere geraume Zeit ohne diese Drüse leben können, sogar Eier legen und im Stock weiterhin als Königinnen anerkannt werden. Es ist daher in Frage gestellt, ob in der Mandibeldrüse die „Königin-Substanz” erzeugt wird.In den Mandibeln der Mehponiden und Hummeln befinden sich Ampullendrüsenzellen — Intramandibel-Drüsen — deren Ausführungs-kanälchen an der äußeren Wand der Kiefer münden; ihre Funktion ist noch unbekannt.