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Mobbing – Ist immer das Opfer schuld?

Research paper by Diana Pflichthofer

Indexed on: 13 Dec '16Published on: 15 Nov '16Published in: Forum der Psychoanalyse



Abstract

Zusammenfassung Dem Begriff „Mobbing“ haftet, seit er inzwischen fast inflationär benutzt wird, der Verdacht an, es könnte sich vielleicht um ein Phantom, keinen wirklichen Gruppenprozess, handeln, dass vielmehr ein Einzelner sich als „Opfer“ erlebt und stilisiert. In der Psychoanalyse sind wir es gewohnt, die Ursachen für äußeres Geschehen im Inneren eines Individuums zu suchen, in der Konfliktsituation seine/ihre „Anteile“ (nicht Schuld!) ins Bewusstsein zu heben. Blieben wir dabei stehen, würden wir den interaktionellen Vorgängen und Mechanismen, die eine sogenannte Mobbing-Situation bestimmen, nicht gerecht, weder dem aktuell Betroffenen noch dem, was es bei solchen Gruppenprozessen zu durchschauen und zu verstehen gilt. Daher will die vorliegende Arbeit den Begriff des Mobbings, ausgehend von seiner Geschichte und der Geschichte des „Opfer(n)s“, jetzt aus der Sicht möglicher gruppendynamischer Prozesse beleuchten. Dabei wird besonderes Gewicht auf die Problematik des situationsbedingten (beidseitigen) Gefangenseins und auf die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit der Befreiung daraus gelegt, etwa auch nach den Chancen und Grenzen von Mediation und Einzeltherapie.ZusammenfassungDem Begriff „Mobbing“ haftet, seit er inzwischen fast inflationär benutzt wird, der Verdacht an, es könnte sich vielleicht um ein Phantom, keinen wirklichen Gruppenprozess, handeln, dass vielmehr ein Einzelner sich als „Opfer“ erlebt und stilisiert. In der Psychoanalyse sind wir es gewohnt, die Ursachen für äußeres Geschehen im Inneren eines Individuums zu suchen, in der Konfliktsituation seine/ihre „Anteile“ (nicht Schuld!) ins Bewusstsein zu heben. Blieben wir dabei stehen, würden wir den interaktionellen Vorgängen und Mechanismen, die eine sogenannte Mobbing-Situation bestimmen, nicht gerecht, weder dem aktuell Betroffenen noch dem, was es bei solchen Gruppenprozessen zu durchschauen und zu verstehen gilt. Daher will die vorliegende Arbeit den Begriff des Mobbings, ausgehend von seiner Geschichte und der Geschichte des „Opfer(n)s“, jetzt aus der Sicht möglicher gruppendynamischer Prozesse beleuchten. Dabei wird besonderes Gewicht auf die Problematik des situationsbedingten (beidseitigen) Gefangenseins und auf die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit der Befreiung daraus gelegt, etwa auch nach den Chancen und Grenzen von Mediation und Einzeltherapie.Schuld