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Metastasierendes malignes Melanom nach Laserung eines Pigmentmals

Research paper by Elsner P.

Indexed on: 13 May '21Published on: 13 Apr '21Published in: Aktuelle Dermatologie



Abstract

Eine 21-jährige Patientin hatte seit Jahren ein pigmentiertes „Muttermal“ an der Schulter, das sie von einem Dermatologen mit einem Laser entfernen ließ. Ein Jahr später bildete sich erneut eine Pigmentierung an der gelaserten Stelle. Unter dem Verdacht auf ein malignes Melanom wurde die Läsion exzidiert; die Dermatohistologie bestätigte ein ulzeriertes malignes Melanom, Clark-Level IV, max. Tumordicke nach Breslow 2,4 mm. Nachdem eine Sentinel-Lymphnode-Biopsie der Axilla zunächst unauffällig war, stellte sich die Patientin nach wenigen Monaten wegen Kieferschmerzen vor, wobei sich eine osteolytische Metastase in der Mandibula zeigte. Das weitere Staging ergab multiple pulmonale, hepatische, mediastinale und weitere ossäre Metastasen. Unter einer Therapie mit Dabrafenib und Trametinib kam es nach kurzzeitiger Besserung zu einem nicht beherrschbaren Hirnödem mit Exitus letalis.In Anbetracht des tragischen Krankheitsverlaufes stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit der primären Lasertherapie von Pigmentmalen mit dem dermatologischen Facharztstandard. Risiken durch die Lasertherapie melanozytärer Naevuszellnaevi betreffen die mögliche Fehldiagnose eines malignen Melanoms als Naevus, welches nach Lasertherapie aufgrund des destruierenden Verfahrens nicht dermatohistologisch untersucht werden kann, die möglicherweise unvollständige Entfernung von Naevuszellen, die im Folgenden maligne entarten können, und Schwierigkeiten der klinischen Nachbeobachtung einer Läsion nach Laserung. Dysplastische Naevi sollten daher keinesfalls destruierend mit einer Lasertherapie entfernt werden; Leitlinien raten auch von einer Laserbehandlung melanozytärer Naevi ab und empfehlen, sollte einem entsprechenden Patientenwunsch doch gefolgt werden, zumindest eine Stanzbiopsie zur Diagnosesicherung durchzuführen. Ein Verzicht auf diese empfohlene diagnostische Absicherung könnte einen Befunderhebungsfehler mit der möglichen Folge einer Beweislastumkehr darstellen.