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Mathematisch-technische Fragen zur Unverfallbarkeit bei Direktversicherungen

Research paper by Hans Storck

Indexed on: 01 Apr '74Published on: 01 Apr '74Published in: Blätter der DGVFM



Abstract

Aus den im Gesetzentwurf zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung enthaltenen Bestimmungen über die Höhe unverfallbarer Ansprüche auf Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung ergeben sich für den Arbeitgeber bei Abschlu\ von Direktversicherungen — je nach Verwendung der Gewinnanteile — zwei Möglichkeiten: Im ersten Fall hat der Arbeitnehmer beim vorzeitigen Ausscheiden Anspruch auf die beitragsfreie Versicherungsleistung ohne Gewinnanteile, mindestens aber einen\(\frac{m}{n}\)-Anspruch gemÄ\ der pro-rata-temporis-Regel. Ein eventueller Differenzanspruch zwischen\(\frac{m}{n}\) und beitragsfreier VerSicherungsleistung kann in diesem Fall ganz oder teilweise durch die aus der beitragsfreien Versicherung anfallenden Gewinnanteile ausgeglichen werden.Im zweiten Fall erhÄlt der Arbeitnehmer die beitragsfreie Versicherungsleistung einschlie\lich der Gewinnanteile.Die Auslegung des Gesetzes hinsichtlich der Ermittlung des\(\frac{m}{n}\)-Anspruchs unter Einbeziehung künftiger Gewinnanteile, die zum Zeitpunkt des Ausscheidens noch nicht festehen, führt zu UnwÄgbarkeiten für den Arbeitgeber; daher sollte er sich im eigenen Interesse und im Interesse des Arbeitnehmers von vornherein für eine der folgenden Lösungen entscheiden: Unverfallbarer Anspruch = pro-rata-temporis-Anspruch wie bei Pensionszusagen, mindestens aber die beitragsfreie Versicherungsleistung ohne Gewinnanteile; die Gewinnanteile flie\en an den Arbeitgeber zurück (Alternative A).Unverfallbarer Anspruch = beitragsfreie Versicherungsleistung einschlie\lich aller Gewinnanteile (Alternative B).Anhand eines mathematischen Modells wird nachgewiesen, da\ die Finanzierung von Direktmit unverfallbarem Anspruch gemÄ\ Alternative B durch den Abschlu\ von Versicherungen mit geringer Deckungskapitalbildung (nach der Finanzierung des Todesfallrisikos erfolgt die Finanzierung der eigentlichen Altersversorgung erst ab einem relativ spÄten Zeitpunkt) für den Arbeitgeber in der Regel teurer ist, als der sofortige Abschlu\ von Versicherungen mit normaler Deckungskapitalbildung. Dabei wird zunÄchst die Fluktuation vernachlÄssigt; es zeigt sich aber, da\ das Ergebnis auch dann gültig bleibt, wenn die Fluktuationsquote in normalen Grenzen verlÄuft.Die Folgerungen, die sich aus der vorliegenden Untersuchung ergeben, werden abschlie\end —speziell im Hinblick auf die Praxis — zusammengestellt.