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Leberzellkarzinom

Research paper by S. Kubicka, M. P. Manns

Indexed on: 07 Oct '08Published on: 07 Oct '08Published in: best practice onkologie



Abstract

Das Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom, HCC) entsteht in der Regel auf der Basis einer Lebererkrankung. Insbesondere bei Patienten mit Leberzirrhose ist das Risiko für ein HCC deutlich erhöht, sodass bei diesen eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden sollte. Eine Leberzirrhose erschwert die bildgebende Diagnostik des HCC. Die Indikationen für die unterschiedlichen Therapiemodalitäten (Resektion, Lebertransplantation, arterielle Chemoembolisation, perkutane ablative Therapie, systemische zielgerichtete Therapie) richten sich zum einen nach der Leberfunktion der Patienten und zum anderen nach dem Tumorstadium. Dieser Beitrag ermöglicht es dem Leser, eine fundierte Diagnostik sowie eine stadiengerechte Therapie bei Patienten mit HCC durchzuführen.Bei Patienten mit viraler oder nutritiv toxischer Child-A/B-Leberzirrhose sollte eine Vorsorgeuntersuchung mit AFP-Bestimmungen und Ultraschall in sechsmonatigen Abständen durchgeführt werden.Die kontrastmittelverstärkte Ultraschalluntersuchung („contrast enhanced ultrasonography“, CEUS, auch: KMUS) ist die Standardmethode in der bildgebenden Diagnose des HCC. Aufgrund des schwierigen Tumorstagings sollte die CEUS durch eine zweite Bildgebung (CT oder MRT) ergänzt werden.Die Therapie des HCC richtet sich nach dem Tumorstadium und dem Grad der Leberzirrhose. Patienten mit Leberzirrhose und wenig fortgeschrittenen Tumoren, die nicht das Gefäßsystem infiltrieren, sollten einer Lebertransplantation zugeführt werden. Als potenziell kurative Alternative steht für diese Patientengruppe auch eine perkutane Tumorablation zur Verfügung. Die Chemoembolisation verlängert das Überleben der Patienten mit guter Leberfunktion und disseminierten Tumoren, welche das Gefäßsystem nicht infiltrieren. Für fortgeschrittene HCC steht seit diesem Jahr eine Systemtherapie mit Sorafenib zur Verfügung, die das Überleben von Patienten mit Child-A-Zirrhose in einer Phase-III-Studie verlängern konnte.