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Komplexe instabile Luxationsfrakturen des Ellenbogens – Klinische Ergebnisse nach Versorgung unter prothetischem Ersatz des Radiusköpfchens

Research paper by L.P. Götz, R. Schulz

Indexed on: 07 Dec '12Published on: 07 Dec '12Published in: Obere Extremität



Abstract

Komplexe instabile Luxationsfrakturen des Ellenbogens mit Destruktion des Radiusköpfchens sind eine therapeutische Herausforderung und erfordern zur Gelenkrekonstruktion die Implantation einer Radiusköpfchenprothese.Im Zeitraum zwischen 2008 und 2010 wurden 25 Patienten mit dieser Verletzung operativ versorgt. Neben dem Radiusköpfchenersatz waren dabei je nach Verletzung temporäre Transfixationen mithilfe von Fixateur externe, temporären Drahtarthrodesen, Osteosynthesen der Ulna und Kapsel-Band-Rekonstruktionen erforderlich. Nach einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten (18–53) konnten 20 Patienten nachuntersucht werden. Das funktionelle Ergebnis wurde nach dem Mayo Elbow Performance Index (MEPI) bewertet.Die durchschnittlich erreichte Punktzahl betrug 66,8. Zwei Patienten (10 %) erreichten ein exzellentes, fünf (25 %) ein gutes und sieben Patienten (35 %) ein befriedigendes funktionelles Ergebnis. In sechs Fällen (30 %) wurde die Funktion als unbefriedigend eingeschätzt. Bei 18 Patienten (90 %) wurde eine Stabilität des Ellenbogengelenks erreicht. Jedoch schätzten zehn Patienten (50 %) ihre Schmerzen als mittelmäßig bis stark ein. In sechs Fällen (30 %) verblieb ein Bewegungsumfang von weniger als 100°.Die Ergebnisse zeigen, dass es sich bei instabilen Luxationsfrakturen des Ellenbogengelenks um ausgesprochen schwere Gelenkverletzungen handelt. Dies spiegelt sich besonders im hohen Anteil der Patienten mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen wider. In den meisten Fällen konnte durch die komplexe operative Versorgung unter monopolarem Radiusköpfchenersatz eine Stabilität des Gelenks erreicht werden. Deshalb wird die Verwendung einer bipolaren Prothese bei Verletzungen gleicher Komplexität Inhalt einer vergleichenden Studie sein. Weiterhin werden die gefundenen Ergebnisse im Langzeitverlauf in zukünftigen Untersuchungen dokumentiert.