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Kombinierte Anästhesie mit Epiduralkatheter Eine retrospektive Analyse des perioperativen Verlaufs bei Patienten mit radikalen Prostatektomien

Research paper by A.R. Heller, R.J. Litz, I. Djonlagic, A. Manseck, T. Koch, M.P. Wirth, D.-M. Albrecht

Indexed on: 01 Nov '00Published on: 01 Nov '00Published in: Der Anaesthesist



Abstract

Patienten, die sich einer radikalen Prostatektomie (rPE) einschließlich retroperitonealer Lymphadenektomie (rLA) unterziehen, haben aufgrund ihres Alters und ihrer Begleiterkrankungen ein erhöhtes perioperativen Risiko. Ziel dieser Untersuchung war es, den intra- und postoperativen Verlauf der standardisierten Operation rPE+rLA unter verschiedenen Anästhesieregimen zu analysieren.Krankenakten von 433 Patienten, die sich zwischen 1994 und 1999 in unserer Einrichtung einer rPE+rLA unterzogen, wurden retrospektiv ausgewertet. Die Patienten wurden nach dem durchgeführten Anästhesieverfahren eingeteilt:1. Allgemeinanästhesie (AA),2. Kombination lumbale Epiduralanästhesie (LEA)+AA,3. thorakale Epiduralanästhesie (TEA)+AA.Für die intra- und postoperative Katheteranalgesie wurden Bupivacain 0,25% oder Ropivacain 0,2%, 8–12 ml/h verwendet. Die Allgemeinanästhesie wurde als balancierte Anästhesie durchgeführt.Diese retrospektive Erhebung zeigt unter epiduraler Analgesie, gemessen an Tachykardien und hypertensiven Episoden, eine reduzierte intra- und postoperative Stressantwort, kürzere Extubationszeiten, früheres Wiedereinsetzen der gastrointestinalen Motilität ([h] AA: 50,6±11,1/ LEA: 39,3±13,6/ TEA:33,8±13,0), tendenziell selteneres Erbrechen und eine um einen Tag verkürzte Krankenhausverweildauer ([d] AA: 12,4±5,8/ LEA: 11,1±3,1/ TEA: 11,5±3,8). Dabei war unter TEA die Dauer der Anästhesiepräsenz im OP-Bereich vergleichbar mit AA ([min] AA: 222,9±43,5/ LEA: 238,2±41,8/ TEA: 227,0±46,2), und der Wachstationsaufenthalt verkürzt. Daneben war unter TEA die Anzahl der auffälligen postoperativen Thoraxröntgenbefunde reduziert. Zum Erreichen einer der TEA vergleichbaren Analgesie mussten unter LEA häufiger sensomotorische Blockaden, saO2-Abfälle und tendenziell eine höhere Anzahl kardialer Komplikationen in Kauf genommen werden.Gemessen an den von uns erhobenen Parametern stellt damit die Kombination einer Allgemeinanästhesie, insbesondere mit thorakaler Epiduralanalgesie ein sicheres und auch betriebswirtschaftlich effizientes anästhesiologisches Vorgehen bei radikalen Prostatektomien dar.