Quantcast

Klimaschutz durch Biomasse

Research paper by M. Faulstich, K. B. Greiff

Indexed on: 25 Jul '08Published on: 25 Jul '08Published in: Environmental Sciences Europe



Abstract

Hintergrund Der Klimaschutz ist in den letzen Jahren immer stärker zu einem zentralen Thema der Umweltpolitik geworden. Aktuelle politische Zielsetzungen fordern deswegen einen Anteil von erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch von 20 % bis 2020. Energie aus Biomasse hat derzeit den größten Anteil bei den erneuerbaren Energien, die zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen. Durch die gesteigerte Bedeutung der Bioenergie hat sich der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) im ersten Halbjahr des Jahres 2007 diesem Thema gewidmet. Der folgende Beitrag basiert auf dem Gutachten des SRU und fasst die Kernaussagen zusammen (SRU 2007).Schwerpunkte Innerhalb dieses Berichtes wird näher auf das Potenzial von Biomasse in Deutschland eingegangen sowie auf die Auswirkungen der Biomassenutzung auf den Naturhaushalt und den Beitrag der verschiedenen Nutzungspfade zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diskussion des derzeitigen Förderinstrumentariums für die energetische Nutzung von Biomasse.Ergebnisse Während die Nutzung von biogenen Reststoffen weitestgehend sinnvoll ist und ausgebaut werden sollte, kommt es bei der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen zwangsläufig zu Nutzungskonflikten zwischen energetischer, stofflicher und Nahrungsmittelnutzung. Der Nutzungsdruck auf die Fläche wird sich durch eine verstärkte Nachfrage erhöhen und steht damit im Konflikt mit Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes. Des Weiteren ist absehbar, dass die national begrenzt zur Verfügung stehende Anbaufläche bei Weitem nicht ausreichen wird, um die politischen Zielsetzungen zu erfüllen. Die Konsequenz werden Importe von Biomasse und Bioenergieträgern aus dem europäischen, aber vor allem auch aus dem nicht-europäischen Ausland sein.Bezüglich des Klimaschutzes ist zu beachten, dass die verschiedenen Biomassenutzungspfade ein unterschiedliches Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasen besitzen. Es zeigt sich, dass Biokraftstoffe das geringste Potenzial aufweisen, eine gekoppelte Kraft-Wärme Nutzung dagegen das höchste.Diskussion und Schlussfolgerungen Die Annahme, dass die Biomassenutzung generell umweltverträglich und nachhaltig sei, ist nicht nur auf nationaler Ebene, sondern gerade bezüglich der internationalen Perspektive des Ausbaus der Biomassenutzung fragwürdig. Allerdings sind die politischen Zielsetzungen nicht nur hinsichtlich der generellen Höhe der Ziele, die zu Importen führen, zu hinterfragen, sondern auch hinsichtlich der Prioritätensetzung bezüglich Biokraftstoffen bei dem Hauptziel Klimaschutz.Empfehlungen und Ausblick Der Klimaschutz, zusammen mit einem naturverträglichen Ausbau, sollte im Hinblick auf die ambitionierten Klimaschutzziele vorrangiges Ziel der Biomassenutzung sein, und die derzeitige Förderung der Biomassenutzung sollte dahingehend weiter entwickelt werden. Biomasse sollte aber keinesfalls isoliert von anderen Energieträgern hinsichtlich des Klimaschutzpotenzials betrachtet werden. Langfristig sollte deswegen ein übergreifender Emissionshandel angestrebt werden.