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Kernspingesteuerte Therapie mit fokussiertem Ultraschall Nichtinvasive Chirurgie des Mammakarzinoms?

Research paper by P.E. Huber, R. Rastert, I. Simiantonakis, D. Röder, M. Hlavac, M. Wannenmacher, J. Debus, J.W. Jenne

Indexed on: 01 Feb '01Published on: 01 Feb '01Published in: Der Radiologe



Abstract

Die magnetresonanzgesteuerte fokussierte Ultraschallchirurgie (MRgFUS: Magnet Resonance guided Focused Ultrasound Surgery) hat das Potenzial, eine relevante Therapiemodalität in der adjuvanten, neoadjuvanten oder auch palliativen onkologischen Situation zu werden. Mögliche klinische Ziele sind ultraschallzugängliche Weichteiltumoren. Wegen ihrer exponierten und wenig atemverschieblichen Lage zählen hierzu insbesondere Tumoren der Mamma.Fokussierter Ultraschall ist physikalisch gesehen das einzige Verfahren, mit dem echte nichtinvasive Chirurgie unter gleichzeitigem kernspintomographischen Temperaturmonitoring realisiert werden kann. Nach einer Einstrahlzeit von wenigen Sekunden entsteht im Schallfokus lokal eine so hohe Temperatur (60–85°C), dass das Tumorgewebe umgehend nekrotisiert werden kann.In der vorliegenden Arbeit stellen wir die in Heidelberg erfolgte Entwicklung und den Aufbau einer klinisch an einem 1,5-T-Ganzkörper-MR-Tomographen einsetzbare Ultraschalltherapieeinheit sowie deren Transfer vom physikalischen Experiment bis zum klinischen Einsatz dar. Wir zeigen damit durchgeführte Experimente an verschieden Phantomen und Ex-vivo-Geweben und demonstrieren In-vivo-Experimente an der Mamma von Schafen als Modell für die menschliche Mamma. Ausgehend von den erfolgreichen Tierstudien berichten wir über die Therapie an der humanen Mamma bis hin zum ersten erfolgreichen Einsatz der MRgFUS beim Mammakarzinom am Menschen in Heidelberg. Über die klinische Rolle dieses neuen, nichtinvasiven, interventionellen radiologischen Therapieverfahrens müssen nun klinische Studien entscheiden.