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Kardiovaskuläres Risiko bei der infrainguinalen offen-chirurgischen und endovaskulären Therapie der PAVK

Research paper by K. Kröger, B. Luther

Indexed on: 04 Jul '13Published on: 04 Jul '13Published in: Gefasschirurgie : Zeitschrift fur vaskulare und endovaskulare Chirurgie : Organ der Deutschen und der Osterreichischen Gesellschaft fur Gefasschirurgie unter Mitarbeit der Schweizerischen Gesellschaft fur Gefasschirurgie



Abstract

Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist ein Indikator für ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Daher sollte das zusätzliche Risiko therapeutischer offen-chirurgischer oder interventioneller Maßnahmen möglichst gering sein. Kontrollierte randomisierte Studien, die dieses Therapierisiko bewerten, gibt es nicht. Es soll ein Überblick über die vorhandenen Daten zum Mortalitätsrisiko der offen-chirurgischen und interventionellen Therapie der PAVK gegeben werden, so wie es sich in der Literatur darstellt.Grundlage bietet eine Suche in PubMed mit den Begriffen „mortality“, „peripheral arterial disease“, „bypass surgery“, „angioplasty“ und „stent“. Um der Entwicklung der Techniken und des Patientenmanagements gerecht zu werden, wurden nur Studien seit 2000 eingeschlossen, die auch spezifisch über die periprozedurale Ereignisrate berichten.Die präsentierte Literatur zeigt, dass das mit einem offen-chirurgischen Vorgehen verbundene Mortalitätsrisiko gering, aber mit 2,7 bis 6 % nicht vernachlässigbar ist. Wichtige Risikofaktoren sind eine begleitende Niereninsuffizienz bzw. eine kardiovaskuläre oder pulmonale Erkrankung. Das Mortalitätsrisiko einer interventionellen Therapie hingegen liegt in etwa auf dem Niveau der spontanen Ereignisrate der PAVK-Patienten. Die Angaben schwanken von 0,6 % bei reiner Intervention bis zu 3 % bei Kombination mit einem offen-chirurgischen Vorgehen. Die aus den klinischen Registern abgeleiteten Daten überschätzen möglicherweise das Risiko der offen-chirurgischen und unterschätzen das Risiko der interventionellen Vorgehensweise, da im klinischen Alltag die ausgeprägteren Verschlussprozesse eher offen-chirurgisch und die einfacheren Fälle eher interventionell therapiert werden.Eine belastbare Datenlage zum direkten Vergleich des Mortalitätsrisikos, das mit der offen-chirurgischen bzw. der interventionellen Therapie der PAVK assoziiert ist, fehlt. Das Mortalitätsrisiko wird eher durch die Komorbidität der Patienten bestimmt als durch die Art der Therapie.