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Kalzium- und Vitamin-D-Substitution bei Osteoporose

Research paper by J. D. Ringe, E. Windler

Indexed on: 22 Nov '14Published on: 22 Nov '14Published in: Gynakologische Endokrinologie



Abstract

Eine ungenügende Kalzium(Ca)-Zufuhr führt zu Knochenabbau und ist damit ein Osteoporoserisikofaktor. Bei Ca-Mangel wird ein normaler Serum-Ca-Spiegel über vermehrte Parathormonsekretion auf Kosten des Skeletts aufrechterhalten, d. h., es entwickelt sich ein sekundärer Hyperparathyreoidismus. Vitamin D (Vit. D) begünstigt die intestinale Kalziumresorption sowie die Mineralisation der Knochenmatrix und hemmt gleichzeitig die Nebenschilddrüsen. Von daher werden Ca-/Vit.-D-Supplemente generell zu Prävention und Basistherapie der Osteoporose empfohlen. Für die Dosierung dieser Supplemente müssen die individuelle alimentäre Ca-Zufuhr und die Vit.-D-Eigensynthese bei Sonnenexposition berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass mit steigendem Lebensalter Ca-Zufuhr, -resorption und Sonnenexposition abnehmen. Anzustreben sind eine Ca-Zufuhr von 1000–1500 mg und Vit.-D-Einnahme von 800–2000 IE/Tag bzw. Serumkonzentrationswerte von 25-Hydroxy-Vitamin-D von 30–50 ng/ml. Unter diesen Dosierungen treten Hyperkalzämie und Hyperkalzurie praktisch nicht sowie Nierensteine sehr selten auf. Mitteilungen in den letzten Jahren über ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko durch langzeitige Kalziumsubstitution oder auch die kombinierte Einnahme von Ca/Vit.-D haben zu einer erheblichen Reduktion der Verordnung der entsprechenden Präparate geführt. Andererseits gibt es jedoch Hinweise, dass optimale Vit.-D-Werte kardioprotektiv sind und neuere Studien, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko nicht bestätigen bzw. eine reduzierte Mortalität bei Ca/Vit.-D-Substitution beschreiben. Bis zur endgültigen Klärung dieser diskrepanten Befunde wird die regelmäßige moderate Ca/Vit.-D-Substitution im oben genannten Dosisbereich empfohlen.