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Juvenile Dermatomyositis – akutes Rezidiv oder Sepsis?

Research paper by D. Bahner, J. Meller, M. Stiefel, R. Nau

Indexed on: 01 May '99Published on: 01 May '99Published in: Der Nervenarzt



Abstract

Ein 22jähriger Patient mit bekannter juveniler Dermatomyositis stellte sich wegen plötzlich aufgetretener Muskelschmerzen im rechten Oberschenkel mit begleitender Rötung und Schwellung, einer rechtsbetonten Parese der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur und einer Temperaturerhöhung bis 40°C vor. Im Labor fanden sich erhöhtes C-reaktives Protein und Fibrinogen ohne Leukozytose, im Differentialblutbild eine relative Lymphopenie. Die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase und die Aldolase waren leichtgradig erhöht. Röntgenaufnahmen der Oberschenkel zeigten ausgedehnte Kalzifizierungen. Im Kernspintomogramm stellten sich ausgeprägte entzündliche Veränderungen im rechten Oberschenkel dar, die durch eine Immun-Entzündungsszintigraphie mit 99mTc-markierten Granulozyten als Phlegmone identifiziert wurden. Am 10. Behandlungstag wurde ein Staphylococcus aureus in der Blutkultur angezüchtet. Die differentialdiagnostische Abgrenzung einer bakteriellen Weichteilinfektion von einem myositischen Rezidiv bei Patienten mit juveniler Dermatomyositis und Kalzinose der Muskulatur kann schwierig sein. Die Wertigkeit konventioneller bildgebender Verfahren ist begrenzt. Die Immun-Entzündungsszintigraphie kann vorwiegend granulozytäre und lymphozytäre Infiltrate differenzieren.