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Ist die sprachanalytische Philosophie einzelsprachlich relativ?

Research paper by Werner Strube

Indexed on: 01 Sep '81Published on: 01 Sep '81Published in: Journal for General Philosophy of Science



Abstract

Gegen den Vorwurf, die sprachanalytische Philosophie sei einzelsprachlich relativ oder provinziell, haben sich die sprachanalytischen Philosophen mit mindestens vier Argumenten erfolgreich gewehrt: (I) Den Vertretern derphilosophischen Grammatik geht es zwar um die einzelsprachliche Grammatik bestimmter Ausdrücke; aber um eben diese Grammatik muß es ihnen auch gehen, da philosophische Probleme aus dem Getäuschtsein durch die Grammatik entstehen. Nicht nur die Problemlösung, sondern auch die Problemstellung ist provinziell. (II) Den Vertretern derlinguistischen Phänomenologie geht es um die Unterscheidung und Ordnung von Phänomenen. Weil sie dabei die Sprache und ihre Distinktionen bloß als heuristisches Mittel gebrauchen, haben ihre Aussagen die gleiche Reichweite wie die Ergebnisse einer mundan-phänomenologischen Analyse. (III) Den Vertretern derinformalen Logik geht es um die Logik bestimmter Begriffe und Propositionen. Die Explikation der Logik dieser Begriffe und Propositionen hat Gültigkeit für den gesamten Bereich, in dem eben diese Begriffe und Propositionen ‘verbalisierbar’ sind. (IV) Den Vertretern derSprechakttheorie schließlich geht es um die Regeln, denen Sprechakte gehorchen. Die Analyse dieser Regeln gilt für alle diejenigen Sprachen bzw. Gesellschaften, in denen es die Institution des betreffenden Sprechakts gibt.