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Intrauterine hormonelle Kontrazeption

Research paper by T. Römer, K.J. Bühling

Indexed on: 08 Aug '13Published on: 08 Aug '13Published in: Gynakologische Endokrinologie



Abstract

Das Levonorgestrel-Intrauterin-System (LNG-IUS) ist eine innovative intrauterine hormonelle Kontrazeptionsmethode. Die hormonelle Wirkung ist – im Gegensatz zu den hormonellen Kontrazeptiva – lokal begrenzt. Die Sicherheit ist mit einem Pearl-Index von 0,16 sehr hoch. LNG-IUS sind bei jeder Frau mit entsprechenden uterinen Voraussetzungen anwendbar. Die Indikation gilt auch für die Nulliparae, insbesondere auch dann, wenn für andere, systemische oder östrogenhaltige Methoden Kontraindikationen bestehen. Sehr wichtig ist der vorherige klinische Ausschluss von Infektionen. Empfehlenswert ist das Vorliegen eines unauffälligen zytologischen Abstriches, der möglichst nicht älter als 6 Monate sein sollte. Andererseits kann der Abstrich auch mit der Einlage erfolgen, die Patientin ist dann aber darüber aufzuklären, dass im schlimmsten Fall (Konisation) eine Entfernung der Spirale notwendig ist. Eine postpartale Einlage des LNG-IUS wird frühestens nach 6 Wochen empfohlen. Das Stillen wird durch ein LNG-IUS nicht beeinflusst, so dass ein LNG-IUS auch zur Anwendung in der Laktationsperiode geeignet ist. Die Rate an Tubargraviditäten ist bei LNG-IUS niedriger als bei Frauen mit einem Kupfer-IUD oder ohne Kontrazeption. Initiale Blutungsstörungen sind unter LNG-IUS-Anwendung relativ häufig, bedürfen aber meist keiner Therapie. Initial treten auch gehäuft funktionelle Ovarialzysten auf, die sich in den meisten Fällen spontan zurückbilden und keiner weiteren Therapie bedürfen. Nach der Anwendung eines LNG-IUS sind bezüglich der Fertilität keine Nachteile zu erwarten. Für die LNG-IUS gibt es verschiedene weitere Indikation oder positive Nebeneffekte: So wird die Hypermenorrhö (eine zugelassene Indikation für LNG-IUS) mitbehandelt. Aber auch bei Patientinnen, die an einer Endometriose oder Adenomyosis leiden, hat LNG-IUS klinische Vorteile. So werden adenomyosisassoziierte Beschwerden in 70 % der Fälle mit einem LNG-IUS erfolgreich behandelt. Auch in der Perimenopause ist ein LNG-IUS als eine kontrazeptive Methode, die gleichzeitig auch eine Endometriumprotektion bezüglich der häufig auftretenden Endometriumhyperplasien hat, sinnvoll. Das Spektrum der intrauterinen hormonellen Kontrazeption wird mit einem kleineren und noch niedriger dosierten System (Jaydess®) erweitert. Vorteile sind hier vor allem die einfachere Insertion bei Nulliparae sowie die etwas geringere Größe des IUS.