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Intraepidermale freie Nervenfaserendigungen und deren Bedeutung für den Hautschmerz

Research paper by T. Müller

Indexed on: 01 Oct '98Published on: 01 Oct '98Published in: Schmerz (Berlin, Germany)



Abstract

Fragestellung: Bislang ist ungeklärt, welche Leistungsfähigkeit die supravitale Färbung mit Methylenblau (MB) bei der Darstellung intraepidermaler freier Nervenfaserendigungen (FNE) besitzt. Auch die mögliche sensorische, insbesondere nozizeptive Rolle von FNE in der Epidermis ist bislang nicht hinreichend erforscht.Methode: Der Farbstoff wurde in die weitgehend unbehaarte Haut von Rattenpfoten injiziert. Anschließend erfolgte die lichtmikroskopische Untersuchung.Ergebnisse: Zwei verschiedene morphologische Typen von FNE konnten nachgewiesen werden. Den selteneren Typ von FNE stellten relativ dicke Axone dar, welche zum Stratum granulosum aufstiegen und dort einen Plexus mit polymorphen Auftreibungen ausbildeten. Die dünneren Fasern waren hingegen varikös und weitgehend unverzweigt.Schlußfolgerungen: Hinsichtlich der Darstellung morphologischer Details, insbesondere des Verzweigungsmusters und der Dicke von FNE, liefert die MB-Färbung interessante Befunde. Der Nachweis von wenigstens 2 Typen von FNE in der Epidermis dehnt die Gültigkeit des Konzepts der punktförmigen Sensibilität in diese Hautschicht hinein aus. Beiden Typen müssen unterschiedliche sensorische Funktionen zugeschrieben werden. Eine Subpopulation der dünnen FNE könnte mit Substanz-P-immunoreaktiven Nervenfasern identisch sein; letztere sollen primär nozizeptive Aufgaben besitzen.