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Institutionelle Dimensionen inklusiver Schulbildung – Herausforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention für Deutschland, Island und Schweden im Vergleich

Research paper by Julia Biermann, Justin J.W. Powell

Indexed on: 23 Oct '14Published on: 23 Oct '14Published in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft



Abstract

Die menschenrechtsbasierte Orientierung der UN-Behindertenrechtskonvention, nach welcher inklusive Bildung als Recht Aller und Segregation auf Basis von Behinderungen als Diskriminierung gilt, stellt weltweit eine besondere Herausforderung für institutionalisierte sonderpädagogische Fördersysteme dar. In diesem Beitrag werden entlang der rechtlichen, normativen und kulturell-kognitiven Dimension inklusiver Bildung Deutschland, Island und Schweden verglichen. Der Vergleich verdeutlicht wichtige Unterschiede in diesen drei institutionalisierten Dimensionen von sonderpädagogischem Förderbedarf – Bildungs- und Behinderungsparadigmen, schulischen Organisationsformen sowie Rechten und Ressourcen – die inklusive Bildung fördern oder behindern. Kontrastiert werden die Länder im Hinblick auf die Frage: Wie wird die Förderung von als förderbedürftig wahrgenommenen Schülerinnen und Schülern in diesen drei nationalen Kontexten gestaltet? Aus dieser Analyse zweier nordischer Länder, welche zu den inklusivsten weltweit zählen, werden Hinweise auf die Verwirklichung inklusiver Schulbildung in Deutschland, einem der segregiertesten Bildungssysteme Europas, abgeleitet. Die Untersuchung zeigte entscheidende Differenzen im Hinblick auf das Verhältnis von Klassifizierung und Lernortzuweisungen.