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Immunsuppressive Therapie nach Nierentransplantation

Research paper by B. Schamberger, D. Sollinger, J. Lutz

Indexed on: 28 Jan '15Published on: 28 Jan '15Published in: Der Nephrologe



Abstract

Die Einführung einer effektiven und für die Patienten verträglichen Immunsuppression ermöglichte es, die Nierentransplantation als das Nierenersatzverfahren mit den besten Langzeitergebnissen zu etablieren. Dies hängt vor allem mit der Einführung einer Immunsuppression, bestehend aus den 3 Komponenten Calcineurininhibitoren (CNI), Proliferationsinhibitoren und Steroiden, zusammen. In den letzten Jahren ist die Verbesserung des Transplantatlangzeitüberlebens in den Fokus gerückt. Dabei stehen vor allem das chronische Transplantatversagen und der Verlust eines Nierentransplantats durch Tod des Empfängers im Fokus.Diese Zusammenfassung stellt die Erkenntnisse in Bezug auf die aktuellen immunsuppressiven Behandlungsprotokolle nach Nierentransplantation dar und gibt einen Ausblick auf zukünftige Behandlungsstrategien.CNI, Proliferationsinhibitoren und Steroide stellen die Basis der heutigen Immunsuppression nach Nierentransplantation dar. Strategien zur Vermeidung bzw. Verminderung von CNI bzw. Steroiden mittels mTOR-Inhibitoren oder Biologika sind teilweise erfolgreich, wobei ungelöste Fragen vor allem in Bezug auf unerwünschte Wirkungen, Patientenkollektiv und Kosten bestehen. Infektionen, Tumoren und eine unzureichende Adhärenz, möglicherweise mit der Folge vermehrter antikörpervermittelter Abstoßungen, beeinträchtigen die langfristige Prognose nach Nierentransplantation.Zur Verbesserung der Langzeitprognose müssen Strategien zur Verminderung des kardiovaskulären Risikos und vor allem von chronischen antikörpervermittelten Abstoßungen weiterentwickelt werden. Dazu könnten neben neuen Immunsuppressiva auch Verbesserungen in der Diagnostik oder zellbasierte immunmodulierende Therapien geeignet sein.