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Histologische untersuchungen über die verdauung bei weberknechten

Research paper by Harry R. Frank

Indexed on: 01 Mar '37Published on: 01 Mar '37Published in: Zoomorphology



Abstract

Das Epithel der Blindsäcke der Weberknechte besteht aus zwei Zelltypen: den Fermentzellen und den verdauenden Zellen. In jungem Zustand, in dem die Zellen indifferent sind, besitzen sie einen deutlichen Stäbchensaum. Fermentzellen verlieren diesen früher als die verdauenden Zellen. Bei letzteren rückt er durch die mit der Aufnahme von Nahrungsstoffen bedingte Oberflächenvergrößerung auseinander und verschwindet schließlich ganz.Das Epithel des Mitteldarmes ist einförmig. An der Mündung des Oesophagus findet man in den Zellen des Mitteldarmes Stäbchen von 40 µ Länge und etwa 1,5 µ Dicke. Ihr chemisches Verhalten wurde nicht untersucht.Die Zellen der Blindsäcke zeigen während einer Fütterungsserie dieselben Veränderungen, wie sie bei Tieren mit intrazellulärer Verdauung gefunden werden.In den verdauenden Zellen der Blindsäcke werden zwei verschiedene Arten von Exkreten gebildet. Körnige Gebilde, die durch den Abbau der in die Zelle aufgenommenen Nahrung entstehen, und kleine einzeln liegende Kügelchen, die sick nach Pappenheim-Kardos grün färben. Nach Thymonuklealreaktion sind sie ungefärbt und lichtbrechend. Letztere finden sick auch besonders in den Zellen des Mitteldarmvorderteiles. Sie sind wahrscheinlich Stoffwechselprodukte der Zellen. Beide Exkretarten sind im polarisierten Licbt nicht doppelbrechend.Nicht abgebaute Nahrung wird in die verdauenden Zellen der Blindsäcke aufgenommen und dort zum Teil bis zur Entstehung von Exkreten verdant. Der Rest sammelt sich mit dem Zellkot am distalen Ende der Zellen und wird abgeschnürt. Die verwertbaren Substanzen werden im vorderen Mitteldarmteil noch resorbiert.Fett und aus der Nahrung stammendes Eisen wurde im Zwischengewebe nachgewiesen.Der Fettgehalt der verdauenden Blindsackzellen zeigt folgenden Verlauf: Nach längerer Hungerperiode findet sich am basalen Ende der Zellen gespeichertes Fett. Im Laufe der Fütterung nimmt der Fettgehalt zunächst zu, um dann sehr zurückzugehen (8–24 Stunden nach der Fütterung). Nach dieser Zeit setzt wieder eine Zunahme des Fettes ein. Die Mitteldarmzellen des vorderen Teiles zeigen dasselbe Verhalten, nur ist der Fettgehalt vor und nach der Fütterung erheblich größer.