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Hautulzerationen bei rheumatoider Arthritis

Research paper by Monika Walchner, Gerald Messer, Michael Meurer, Birger Konz, Peter Kind, Gerd Plewig

Indexed on: 01 Jun '95Published on: 01 Jun '95Published in: Der Hautarzt; Zeitschrift fur Dermatologie, Venerologie, und verwandte Gebiete



Abstract

Das Auftreten von schweren Hautulzerationen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist häufig assoziiert mit einer Progression der Grunderkrankung, dem Befall innerer Organe und einer erhöhten Mortalität. Für die Entstehung, Persistenz und schlechte Heilungstendenz dieser Ulzerationen findet sich pathogenetisch ein multifaktorielles Geschehen, das durch die Krankheit selbst in Form einer lokalen oder generalisierten Immunkomplexvaskulitis sowie die medikamentöse Therapie mit Antiphlogistika und ihren Folgeerscheinungen bedingt ist. Weitere Ursachen sind mechanische Faktoren und Durchblutungsstörungen bei arterieller und venöser Insuffizienz. Therapeutisch im Vordergrund steht die Stabilisierung der Grunderkrankung, die bei schweren Verläufen eine Therapie mit hohen Kortikosteroiddosen, Zytostatika oder Plasmapherese beinhaltet. Adjuvante Schmerztherapie, durchblutungsfördernde und antiinflammatorische Maßnahmen sollten die Ulkuslokaltherapie begleiten. Eine chirurgische Intervention ist nach ausreichender Stabilisierung des Lokalbefundes und Reduktion der Entzündungsreaktion meist notwendig und sollte bei ausgedehntem Befall vaskularisierten Muskelschwenklappen gegenüber Spalthauttransplantaten den Vorzug geben. Zudem ergeben sich bei schwerem Krankheitsbild durch eine gezielte Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern neue hoffnungsvolle Therapiemöglichkeiten.