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Häufigkeit und Morphologie der Coronarthrombose und ihre Beziehungen zur antithrombotischen und fibrinolytischen Behandlung

Research paper by D. Sinapius

Indexed on: 01 Jan '65Published on: 01 Jan '65Published in: Klinische Wochenschrift



Abstract

1. Häufigkeit und mikroskopische Anatomie der Coronarthrombose wurden bei 30 Infarktfällen und 28 akuten Herztodesfällen untersucht.2. Bei 24 Infarktfällen (80%) und bei 12 akuten Herztodesfällen (40%) fanden sich obturierende oder stenosierende, bei je 4 weiteren Fällen flache parietale Thromben. Bei Infarktfällen überwiegen sekundär obturierende auf der Grundlage vorangegangener wandständiger Thromben (17 Fälle), bei akuten Herztodesfällen stenosierende parietale Thromben (8 Fälle).3. Die verschließenden Thromben der Infarktfälle sind oft mindestens teilweise als typische Gerinnungsthromben fibrinreich.4. Auf Grund der Sekundärveränderungen läßt sich das Alter der Thromben und Thrombusteile schätzen. Möglichkeiten und Grenzen dieser Methode werden aufgezeigt.5. Protrahierter und rezidivierender Verlauf der Coronarthrombose ist häufiger als die Entwicklung in einem Schub. Die parietalen Thromben entstehen als Basis oft schon vor und die Verschlüsse nicht selten (vielleicht sogar bei einem Drittel der Fälle) erst nach demklinischen Infarktbeginn. Es ist zu vermuten, daß sich dann vielfach mit dem Verschluß auch die eigentliche Infarktnekrose erstnach dem klinischen Infarktbeginn entwickelt (protrahierter Infarktverlauf bei progredienter Thrombose). Die antithrombotische Behandlung hat dann die Chance, den Verschluß und gleichzeitig den eigentlichen Infarkt zu verhindern.6. Sekundäre Vergrößerungen der Thromben nach Infarktbeginn durch eine begrenzte proximale Apposition scheinen zwar relativ häufig zu sein (11 Beobachtungen). Ihre Bedeutung für die sekundäre Vergrößerung des Infarktes ist aber noch wenig geklärt.