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Gelenkschmerzen im Kindes- und Jugendalter

Research paper by H.-I. Huppertz

Indexed on: 01 Jan '98Published on: 01 Jan '98Published in: Monatsschrift Kinderheilkunde : Organ der Deutschen Gesellschaft fur Kinderheilkunde



Abstract

Schmerzen am Bewegungsapparat gehören zu den häufigsten Vorstellungsgründen beim Kinderarzt. Da pathognomonische Befunde meist fehlen und Laboruntersuchungen und apparative Diagnostik oft nur zum Ausschluß anderer Erkrankungen beitragen, kommt der korrekten Anamneseerhebung und Beschreibung des physikalischen Befunds besondere Bedeutung zu. Es lassen sich entzündliche und nicht entzündliche Ursachen von Gelenkbeschwerden unterscheiden. Das klassische entzündliche Symptom ist die Arthritis. Während bei den echten Arthritiserkrankungen wie der Coxitis fugax oder dem „kindlichen Rheuma” (juvenile rheumatoide Arthritis) die Arthritis im Zentrum des Interesses steht, gibt es viele Erkrankungen, die mit einer Arthritis einhergehen können: Dabei kann die Arthritis, wie z.B. bei der Purpura Schönlein-Henoch oder dem systemischen Lupus erythematodes, klinisch im Vordergrund stehen und so die Grundkrankheit möglicherweise schwer erkennbar sein. Nicht entzündliche Ursachen von Schmerzen am Bewegungsapparat sind wesentlich häufiger, wobei Traumen überwiegen. Praktisch wichtig ist die Erkennung von sog. „Wachstumsschmerzen”. Obwohl viele Ursachen von Schmerzen am Bewegungsapparat im Kindes- und Jugendalter harmlos sind, müssen immer Erkrankungen ausgeschlossen werden, die eine sofortige Intervention erfordern. Dazu gehören die septische Arthritis oder Osteomyelitis und Malignome wie die akute lymphatische Leukämie oder solide Tumoren. Die erfolgreiche Betreuung von Kindern mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats erfordert viel Erfahrung und bei nicht entzündlichen Erkrankungen oft die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit einem mit Kindern erfahrenen Orthopäden und bei entzündliche Erkrankungen mit einem mit diesen Erkrankungen speziell erfahrenen Kinderarzt.