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Erythrozyturie und Proteinurie

Research paper by Günter Stein, Reinhard Fünfstück, Ralf Schiel

Indexed on: 01 Oct '05Published on: 01 Oct '05Published in: Medizinische Klinik (Munich, Germany : 1983)



Abstract

Der 46-jährige Patient war bisher nie ernsthaft erkrankt, der nur selten gemessene Blutdruck sei normal gewesen. Vor ca. 6 Wochen habe der Patient nach einem Hockeyspiel eine Anschwellung beider Knöchel bemerkt. Ein akutes Schmerzereignis sei nicht eingetreten. Nachdem in den folgenden Tagen die Wasseransammlungen zugenommen hätten, sei er zum Hausarzt gegangen, der ihn mit einem Diuretikum behandelt habe. Diese Therapie habe zu keiner Besserung des Zustands geführt.Daraufhin wurde eine Phlebographie der Beine durchgeführt, die allseits offene Venen zeigte. Anschließend erfolgte eine Computertomographie des Abdomens, die die Ursache der Ödeme nicht klären konnte. Jetzt wurden der Urin untersucht und Blutparameter bestimmt, und es erfolgte die Überweisung in die nephrologische Ambulanz mit der Verdachtsdiagnose einer Glomerulonephritis.Der Patient bot einen guten Ernährungs- und Kräftezustand, es bestanden ausgeprägte Ödeme beider Beine bis zum Knie. Über den Thoraxorganen war kein abweichender Befund zu erheben. RR 155/95 mmHg. Der Röntgenbefund des Thorax, das EKG und die Echokardiographie wiesen keine Besonderheiten auf. Leber und Milz waren nicht tastbar vergrößert, die Nierenlager gering klopfempfindlich, übriger Organbefund regelrecht.Von Seiten der Laborwerte fiel eine unselektive glomeruläre Proteinurie mit 8–10 g/24 h auf. Der Serumeiweißwert betrug 42 g/l, das Albumin 17 g/l, die Kreatininclearance 92 ml/min • 1,73 m2; Kreatinin, Harnstoff und die Serumelektrolyte sowie der Säure-Basen-Satus im Serum waren unauffällig.Im Urinsediment waren wenige, davon einige dysmorphe Erythrozyten und hyaline Zylinder nachweisbar.Die Sonographie ergab etwas vergrößerte Nieren mit einem verbreiterten, unscharfen Parenchymsaum. Mittels Nierenbiopsie wurde die Diagnose einer membranösen Glomerulonephritis Stadium I–II nach Churg und Strauss gestellt. Die medikamentöse Behandlung mit Ciclosporin A und Steroiden führte zu einer kompletten Remission, die auch nach Absetzen der Medikation anhielt; ein Rezidiv ist bisher nicht eingetreten.