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Erhöht das Schlaf-Apnoe-Syndrom das Anästhesie- und Operationsrisiko bei herzchirurgischen Eingriffen?

Research paper by S. Christiansen, C. Schmid, D. Hammel, A. Rukosujew, A. Hoffmeier, S. Schmidinger, H. M. Loick, H. H. Scheld

Indexed on: 01 Jun '00Published on: 01 Jun '00Published in: Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie



Abstract

Das Operations- und Anästhesierisiko von Patienten mit einem Schlaf-Apnoe-Syndrom wird aufgrund der häufigen Begleiterkrankungen (z.B. Adipositas, arterielle Hypertonie) und den Nebenwirkungen der Sedativa, Anästhetika und Analgetika allgemein als erhöht beurteilt. Bei kardiochirurgischen Eingriffen mit Hilfe der extrakorporalen Zirkulation können respiratorische Komplikationen durch Flüssigkeitseinlagerung in die Lunge aggraviert werden. Wir führten diese Studie durch, um zu untersuchen, ob das Operations- und Anästhesierisiko bei Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom, bei denen herzchirurgische Eingriffe mit Hilfe der extrakorporalen Zirkulation erforderlich sind, tatsächlich erhöht ist.    Im Zeitraum vom 1.9.94 bis 31.12.96 wurde bei 10 männlichen Patienten mit einem Schlaf-Apnoe-Syndrom eine aortokoronare Bypass-Operation durchgeführt. Präoperativ wurden die klinische Symptomatik der Patienten, prädisponierende Faktoren, Begleiterkrankungen und Medikation untersucht. Perioperativ interessierten wir uns neben den üblichen operativen Daten besonders für das Anästhesiemanagement, die respiratorischen und hämodynamischen Parameter sowie die Komplikationen.     Alle Patienten waren adipös, bei vier Patienten bestand eine medikamentös behandlungsbedürftige Hypertonie. Das Anästhesiemanagement unterschied sich nicht von dem, das üblicherweise bei Patienten mit herzchirurgischen Eingriffen in unserem Hause angewandt wird. Sowohl während der Narkoseeinleitung als auch während der Entwöhnung vom Respirator und während des weiteren postoperativen Verlaufs traten keine respiratorischen Komplikationen auf. Bei zwei Patienten war die Implantation einer intraaortalen Ballon-Pumpe aufgrund einer postoperativen linksventrikulären Dysfunktion zur hämodynamischen Stabilisierung erforderlich. Bei beiden Patienten konnte diese am zweiten postoperativen Tag nach Beendigung der Katecholamintherapie komplikationslos wieder entfernt werden.    Herzchirurgische Eingriffe unter Zuhilfenahme der extrakorporalen Zirkulation können bei Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom ohne erhöhtes Risiko an respiratorischen und hämodynamischen Komplikationen durchgeführt werden.