Quantcast

Enzymhistochemische Untersuchungen an Gliomen

Research paper by H. Nasu, W. Müller

Indexed on: 01 Jan '64Published on: 01 Jan '64Published in: Journal of Neurology



Abstract

1. Es wird über den histochemischen Nachweis von alkalischer und saurer Phosphatase, unspezifischer Esterase, mehreren oxydativen Enzymen (DPNH-D, TPNH-D, LDH, IDH-TPN, IDH-DPN, GDH, SDH, MDH, ADH) sowie Phosphorylase an 114 Gliomen (17 Oligodendrogliome, 23 Spongioblastome, 36 Astrocytome, 38 Glioblastome) berichtet.2. Eine hohe Aktivität der untersuchten Enzyme ist, ausgenommen alkalische Phosphatase, in den astrocytären Zellen — vor allem protoplasmatischen — sowie in den Riesenzellen festzustellen, während die der Oligodendroglia vergleichbaren Zellen dagegen eine geringere Aktivität zeigen. Bei den abgerundeten astrocytären Zellen läßt sich jedoch eine variable Positivität erkennen. Die Zellen in Gefäßnähe (Mikroglia?) zeigen häufig eine auffallend starke Aktivität der sauren Phosphatase und Esterase. Die Gliafasern sind besonders beim Nachweis der alkalischen Phosphatase und Phosphorylase deutlich dargestellt. Nekrosen und Cysten lassen jede Enzymaktivität vermissen, jedoch ist eine erhöhte Aktivität der Phosphorylase am Rand der Nekrosen zu finden.3. Die Befunde weisen ferner auf Unterschiede im enzymatischen Stoffwechsel zwischen den Tumorzellen — vor allem astrocytären Zellen — und den normalen sowie reaktiven Gliazellen hin.4. Die Gefäße (besonders proliferierende) in den rasch wachsenden Gliomen verhalten sich enzymatisch deutlich abweichend von den übrigen. Sie enthalten keine alkalische Phosphatase; hingegen fallen sie durch eine äußerst intensive Aktivität der oxydativen Enzyme auf.