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Einlungenventilation und perioperativer Gasaustausch bei Eingriffen mit dem Port-Access-System

Research paper by C. Byhahn, T. Rinne, G. Wimmer-Greinecker, S. Dogan, P. Kessler, S. Mierdl, K. Westphal

Indexed on: 01 Dec '00Published on: 01 Dec '00Published in: Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie



Abstract

Fragestellung: Die Einlungenventilation (ELV) ist Voraussetzung für koronarchirurgische Eingriffe mit dem Port-Access(PA)- System. Ziel der Untersuchung war es, den perioperativen Gasaustausch bei 20 Patienten zu untersuchen.¶   Methodik: 20 Patienten unterzogen sich einer koronaren Bypassoperation mit extrakorporaler Zirkulation (EKZ) in PA-Technik. Arterielle Blutgasanalysen wurden zu verschiedenen Zeitpunkten der Operation entnommen und auf PaO2 und Laktatgehalt untersucht. Zusätzlich zum Standardmonitoring erfolgte die Überwachung der Patienten mit einer kontinuierlichen ST-Streckenanalyse sowie transösophagealer Echokardiographie (TEE).¶   Ergebnisse: Unmittelbar nach Beginn der ELV kam es zu einem signifikanten Abfall des PaO2. Bei 4 Patienten konnte lediglich ein PaO2 zwischen 50 und 70 mmHg aufrechterhalten werden. Nach Beendigung der EKZ und Wiederbeginn der Zweilungenbeatmung erholte sich der PaO2 umgehend und erreichte wieder das Ausgangsniveau. Während der ELV blieben PaO2 und Laktatspiegel nahezu konstant. Mittels ST-Streckenanalyse und TEE konnten keine myokardialen Ischämien entdeckt werden. Ungeachtet prolongierter Anästhesie- (421±56min), Operations- (324±62min), EKZ- (141±36min) und Aortenklemmzeiten (58±14min) konnten 19 der 20 Patienten innerhalb von 24 Stunden extubiert werden.¶   Schlussfolgerung: Die ELV während Eingriffen mit dem PA-System führt zu einer signifikanten Verschlechterung der Oxygenierung und kann die Patienten über längere Zeit einem kritisch niedrigen PaO2 aussetzen. Dennoch kam es selbst bei Patienten mit extrem schlechter Oxygenierung nicht zum Auftreten von hämodynamischen Instabilitäten oder myokardialen Ischämien. Unter der Anwendung eines umfassenden und kontinuierlichen intraoperativen Monitorings können Eingriffe mit dem PA-System aus anästhesiologischer Sicht für sicher erachtet werden.