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Direkt-Dilatation und notfallmäßige Bypass-Operation eines Hauptstammverschlusses bei akutem Vorderwandinfarkt und kardiogenem Schock

Research paper by R. Zahn, M. Schneider, S. Schuster, K. Seidl, F. Isgro, C. Werling, J. Senges

Indexed on: 01 Apr '97Published on: 01 Apr '97Published in: Herz



Abstract

Dem akuten Herzinfarkt liegt in etwa 0,04% der Fälle ein Verschluß des Haupstammes der linken Koronararterie zugrunde. Falls die Patienten hieran nicht akut versterben, liegt meist eine dominante rechte Kranzarterie mit ausgeprägten Kollateralen vor. Wegen der Seltenheit des Befundes gibt es nur kasuistische Berichte zur Therapie.Eine 60jährige Patientin wurde mit den Zeichen eines akuten Vorderwandinfarktes aufgenommen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich ein kardiogener Schock. Bei der sofort durchgeführten Koronarangiographie zeigte sich ein Verschluß des Hauptstammes und eine höhergradige Stenose einer großen rechten Kranzarterie, die zahlreiche Kollaterale zum Ramus interventrikularis anterior abgab. Es wurde eine Direkt-Dilatation des Hauptstammes mit Reperfusion des Ramus interventrikularis anterior durchgeführt. Hierunter kam es zu einer deutlichen Besserung der Hämodynamik. Bei einer hochgradigen Residualstenose des hauptstammes, des persistierenden Verschlusses des Ramus circumflexus und der Stenose der rechten Kranzarterie wurde direkt anschließend eine Bypass-Operation mit vollständiger Revaskularisation durchgeführt. Nach vier Wochen konnte die Patientin in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden.