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Die Rundzellanhäufungen im periportalen Gewebe der Leber

Research paper by Lutz Kettler

Indexed on: 01 Dec '33Published on: 01 Dec '33Published in: Virchows Archiv fur pathologische Anatomie und Physiologie und fur klinische Medizin



Abstract

Das periportale Gewebe der Leber zeigt beim gesunden Menschen einen mäßigen Lymphocytengehalt, der vom Lebensalter unabhängig ist: Richtige „Lymphknötchen” kommen normalerweise nicht vor.Die sich bei Infektionskrankheiten (Pocken, Scharlach, Diphtherie, Sepsis, Meningitis, Pleuraempyem, Tuberkulose usw.) oft ausbildenden starken Rundzellanhäufungen in derGlissonschen Kapsel stehen in keinem nachweisbaren Zusammenhange mit Alter oder Ernährungszustand des Kranken.Eine histologisch erkennbare Veränderung der Leberzellen (wie etwa abnorme Verfettung, starker Eisengehalt u. ä.) bei Gegenwart der beschriebenen Zellherde besteht nicht. Auch findet sich keine Abhängigkeit dieser Zellherde von Neubildungen im Läppchengebiete (wie Tuberkeln, Krebsmetastasen u.a.).Beziehungen zwischen dem Auftreten der Lymphocytenanhäufungen und dem Verhalten des lymphatischen Apparates des Gesamtkörpers sind nicht festzustellen.Die lymphocytären Infiltrate des periportalen Gewebes treten sehr oft zusammen mit einer infektiösen Milzschwellung oder — nicht so häufig — mit einer interstitiellen Nephritis (besonders bei Pocken, Scharlach und Diphtherie) auf. Sie sind wahrscheinlich als entzündliche Folgen der Einwirkung von Bakterientoxinen anzusehen.