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Die Mastitis Klassifikation, Histopathologie und Klinik*,**

Research paper by R. Bässler

Indexed on: 01 Feb '97Published on: 01 Feb '97Published in: Der Pathologe



Abstract

Die Diagnose einer Mastitis ist bei Biopsien benigner Erkrankungen im eigenen Untersuchungsgut in 20 Jahren in 3 % gestellt worden. Während die puerperale Mastitis in Relation zur Geburtenzahl heute in ca. 1 % vorkommt, sind die unterschiedlichen Formen der nonpuerperalen Mastitis sowohl klinisch wie histopathologisch ganz in den Vordergrund getreten. Neben entzündlichen Reaktionen als Begleitphänomene handelt es sich bei der Mehrzahl der gegenwärtig zu diagnostizierenden Mastitiden um chronisch-granulomatöse Formen mit einem breiten Ursachenspektrum. Nur ein kleiner Teil ist Ausdruck einer erregerbedingten infektiösen oder spezifischen Erkrankung, einer Sarkoidose oder Pannikulitis. Den größeren Anteil bilden abakterielle Mesenchymreaktionen mit tuberkuloiden, epitheloid- und riesenzellhaltigen Granulomen, mit Mikroabszessen um Lipidtropfen als Folge einer Sekretretention und Resorption. Die Ursache dieser granulomatösen (galaktostatischen, destruierenden) Mastitis ist zumeist eine persistierende oder passagere Hyperprolaktinämie. Als idiopathische granulomatöse Mastitis gilt eine bei jungen Frauen nach Geburten vorkommende lobuläre Form. Die autoimmune Mastitis stellt eine bei Diabetes mellitus Typ I (diabetische Mastopathie), bei endokrinen und rheumatoiden Erkrankungen auftretende B-lymphozytische Mastitis mit tumorförmiger Fibrose dar. In Fällen ohne Merkmale einer sekretorischen Aktivität (lobuläre Sekretion) und bei Verdacht auf eine erregerbedingte Mastitis sollten stets bakterioskopische und mikrobiologische Untersuchungen am Frischmaterial vorgenommen werden.