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Die Klinik des Mittellappensyndroms

Research paper by H. J. Peiper

Indexed on: 01 May '59Published on: 01 May '59Published in: Langenbecks Archiv fur Chirurgie



Abstract

Es wird das Krankheitsbild des MLS geschildert, wobei die eigenen Erfahrungen an 21 Kranken mit entzündlichem MLS verwendet werden. Bei Beschreibung der Pathogenese wird hervorgehoben, daß die Ätiologie des Syndroms vielfältig ist. Es wird vorgeschlagen, die Bezeichnung MLS nur für die Fälle einer isolierten Mittellappenatelektase mit chronisch-entzündlichen und fibrösen Parenchymveränderungen infolge einer vorübergehenden oder dauerhaften Bronchusstenose zu gebrauchen, wobei letztere durch eine Lymphknotenhyperplasie oder destruierende Bronchitis hervorgerufen wurde. Es werden außerdem 4 Fälle von Mittellappencarcinomen und 2 Bronchusadenome erwähnt, die unter der Maske eines MLS verliefen. Die Schwierigkeit der Differentialdiagnose wird deshalb besonders hervorgehoben. Auf die Röntgendiagnostik wird ausführlich eingegangen, da ein atelektatischer Mittellappen heute noch häufig als Interlobärerguß, Pleuraschwielen oder Tumorschatten fehlgedeutet wird. Die Röntgenuntersuchung in Kreuzhohlstellung ist für die Diagnostik sehr wertvoll und wird besonders empfohlen. Ein aktives, operatives Vorgehen muß für alle Fälle angestrebt werden, bei denen ein Neoplasma mit Sicherheit auszuschließen ist oder die eindeutige Zeichen einer chronischen Lungeneiterung, Bronchusstenose, Bronchiektasen, Abscesse oder Broncholithen aufweisen.