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Die Häutungsprogression der Ringelnatter (Tropidonotus Natrix L.) als Typus des „Ballastwachstums“

Research paper by Hans Przibram

Indexed on: 01 Dec '19Published on: 01 Dec '19Published in: Anatomy and embryology



Abstract

Die Gewichte vom Ei an gezogener Ringelnattern, Tropidonotus natrix, sogleich nach den vier ersten Häutungen bestimmt, ergaben einen Zunahmequotienten von durchschnittlich 1.089.Ganz ähnliche Werte lassen sich für den amerikanischen Wassermolch Diemyctylus viridescens aus den von Ada Springer 1909 publizierten Gewichtstabellen des Wachstums verwandelter Exemplare berechnen.Im Gegensatz zu den Arthropoden, welche ihr Gewicht in der Regel von Häutung zu Häutung verdoppeln (oder sogar in Vielfachen von zwei vermehren), wobei alle Körperteile eine durchgreifende Neubildung erfahren, zeigen die Ringelnatter als Vertreter häutender Reptilien und der amerikanische Wassermolch als Vertreter häutender Amphibien den Typus des Ballastwachstums, bei dem von Häutung zu Häutung eine viel kleinere relative Gewichtszunahme erfolgt, weil von früher her viele Teile unausgewechselt verbleiben (der „Ballast“ Friedenthals).Der geringeren Gewichtsvermehrung von Häutung zu Häutung entsprechend, konnte auch bei der Ringelnatter nicht die für Arthropoden von Häutung zu Häutung typische Längenzunahme im Verhältnisse der dritten Wurzel aus 2 (= 1.26) gefunden werden.Die abgeworfenen Häute der Ringelnattern ergaben infolge der Schwierigkeit der Trocknung und der geringen absoluten Gewichte keine zuverlässigen Zahlen; die Häutungspro-gression ist zwar bei ihnen manchmal wesentlich grösser als beim Gesamtgewicht der Schlangen, scheint aber nie an 2 heranzureichen, was mit der Nichtbeteiligung der in die Tiefe wachsenden Zellschichten an der Hautabscheidung liegen mag.Die Fortführung der Versuche wird überhaupt zu entscheiden haben, ob der Häutungsquotient bei den Tieren mit Ballastwachstum konstant ist oder ob Abweichungen vom durch-schnittlichen Quotienten von Bedeutung sind, d. h. die geometrische Progression einer Korrektur bedarf, um auch hier dem Wachstum von Häutung zu Häutung gerecht zu werden.