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Die effekte der stimulationsplattentherapie nach castillo-morales auf die sprachentwicklung von kindern mit trisomie 21

Research paper by A. Hohoff, U. Ehmer

Indexed on: 01 Nov '97Published on: 01 Nov '97Published in: Journal of Orofacial Orthopedics / Fortschritte der Kieferorthopädie



Abstract

Im Rahmen einer Nachuntersuchung wurde die Sprachent-wicklung zweier Kollektive von Kindern mit Trisomie 21 verglichen: Die Patienten-gruppe (n=20) war im Säuglingsalter durchschnittlich 10,8 Monate mit der Stimulationsplatte nach Castillo-Morales behandelt worden (Durchschnittsalter zum Nachuntersuchungszeitpunkt 55 Monate); die Kontrollgruppe (Durchschnittsalter 47,4 Monate) etablierte sich aus 18 Kindern mit Trisomie 21, bei denen eine Stimulationsplattenbehandlung nach einem Monat abgebrochen worden war oder aufgrund eines Informationsmangels der Eltern unterblieb, obwohl bei retrospektiver Analyse eine Behandlungsindikation vorlag. Mittels eines speziell entwickelten, standardisierten Elternfragebogens zur Sprachentwicklung sowie eines standardisierten Untersuchungsbogens wurden die Ergebnisse aus Elterninterview und klinischer Befunderhebung dokumentiert. Im Gruppenvergleich wurden darüber hinaus allgemeine, die Sprachentwicklung beeinflussende Faktoren, wie Körpermotorik und Hörvermögen, gewertet. Hinsichtlich der zum Nachuntersuchungszeitpunkt erhobenen Befunde zur Mundmotorik zeigte die Patientengruppe gegenüber der Kontrollgruppe deutlich bessere Resultate, und innerhalb der Patientengruppe konnten die Mund- und Zungenhaltung im Vergleich zur Anfangsuntersuchung im Säuglingsalter bei 75% als dauerhaft verbessert eingestuft werden. Trotz einer Benachteiligung bezüglich Hörvermögens und allgemeiner körperlicher Entwicklung verlief die Sprachentwicklung der Patientengruppe, bezogen auf die Bildung von Einwort-, Zweiwort- und Mehrwortsätzen, im Vergleich zur Kontrollgruppe im Trend protrahiert. Dies werten wir als Hinweis darauf, daß die Therapie mit der Stimulationsplatte nach Castillo-Morales durch dauerhafte Verbesserung der peripheren Voraussetzungen im orofazialen Bereich einen positiven Effekt zumindest auf den Beginn der Sprachentwicklung von Kindern mit Trisomie 21 hat. So ist nicht nur die verbesserte Mundmotorik, sondern auch die früher einsetzende Sprachentwicklung als positiver sozialer Faktor zu werten.