Quantcast

Die Biochemischen Grundlagen der Diagnostik und Therapie der Vitamin B12-Mangelzustände (B12-Hypo- und Avitaminosen) des Menschen und der Haustiere

Research paper by H. C. Heinrich

Indexed on: 01 Mar '54Published on: 01 Mar '54Published in: Klinische Wochenschrift



Abstract

1. Während der Gravidität und Lactation wurden bei 20% der untersuchten Frauen Aufbrauch-B12-Hypovitaminosen mit charakteristisch erniedrigtem Serum-Vitamin B12-Spiegel und herabgesetzter B12-Harn-Exkretion beobachtet, ohne daß die klinisch-hämatologische Symptomatik einer B12-Avitaminose (perniziöse Anämie) nachzuweisen war. Die Resorption des oral applizierten krist. B12 war nicht gestört (positiver „direkter oraler Vitamin B12-Resorptions-Exkretions-Test“).2. Bei 2/3 der Frühgeburten und 10% der Normalgeburten fanden sich in der Muttermilch signifikante Erniedrigungen der Vitamin B12-Ausscheidung. Frauenmilch enthält relativ sehr wenig B12-Vitamine.3. Nach parenteraler Applikation der B12-Vitamine kommt es zu einer bezeichnenden Organretention, Verteilung im Serum und Exkretion der B12-Vitamine im Harn und der Muttermilch.4. Die orale Darreichung von krist. B12 + „intrinsic factor“ (= Cytobion M) führt nach einigen Tagen zur Behebung der Aufbrauch-B12-Hypovitaminose und ist die Therapie der Wahl.5. Während der Gravidität und Lactation ist mit einem Anstieg des B12-Bedarfes von 0,1–1,0 auf etwa 5–10 γ Vitamin B12/die zu rechnen.