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Die Bedeutung der sozialen Herkunft und des Migrationshintergrundes für Lehrerurteile am Beispiel der Grundschulempfehlung

Research paper by Thorsten Schneider

Indexed on: 12 Aug '11Published on: 12 Aug '11Published in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft



Abstract

Zunächst werden Erklärungsansätze vorgestellt, warum sich die soziale Herkunft und der Migrationshintergrund von Schülern auf die Laufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit auswirken und wie sich diese Zusammenhänge im Zeitverlauf entwickeln. Die aus den Erklärungsansätzen abgeleiteten Hypothesen werden mit Daten überprüft, die von der DFG-Forschergruppe „Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Formation von Selektionsentscheidungen im Vor- und Grundschulalter“ (BiKS) erhoben werden. Der verwendete Stichprobenzuschnitt bezieht sich auf Angaben von 147 Lehrkräften zu insgesamt 1.644 bayerischen und hessischen Grundschülern. Die Ergebnisse verweisen auf starke Zusammenhänge zwischen dem sozio-ökonomischen Status der Eltern und der voraussichtlichen sowie der tatsächlichen Laufbahnempfehlung, weil Lehrkräfte sich an den tatsächlichen oder antizipierten Bildungswünschen der Eltern orientieren. Schuladäquates Verhalten des Schülers erhöht zwar die Chancen auf eine anspruchsvollere Laufbahnempfehlung, reduziert aber nicht den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Laufbahnempfehlung. Im Hinblick auf Kinder mit Migrationshintergrund lassen sich keine Benachteiligungen feststellen, auch dann nicht, wenn nach Familiensprache differenziert wird.