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Die Bedeutung der Riech- und Schmeckstoffe für Nahrungswahl und Bekömmlichkeit

Research paper by Hans Glatzel

Indexed on: 01 Mar '68Published on: 01 Mar '68Published in: Plant foods for human nutrition (Dordrecht, Netherlands)



Abstract

Eine Kost, die nicht attraktiv riecht und schmeckt, ist ernährungsphysiologisch wertlos, weil kein Mensch sie auf die Dauer zu essen bereit ist. Riech- und Schmeckstoffe ermöglichen die Erkennung und Identifizierung bestimmter Objekte als Nahrungsmittel. Sie induzieren emotionale Besitz- oder Abwehrstrebungen und setzen zielgerichtete Handlungen in Gang. Die Sinnesphysiologie läßt die vielfältigen Bedingtheiten der Sinnesempfindungen verstehen. Die Diätetik benutzt die Möglichkeiten der Variierung und Intensivierung von Geruchs- und Geschmacksempfindungen, um die Nahrung möglichst ansprechend zu machen. Determinierend für die sensorisch-emotionale Bewertung von Nahrungsmitteln sind Gewohnheiten und Erlebnisse, soziale und magische Motive. Die spezielle Appetenz ist kein zuverlässiger Indikator eines speziellen Bedarfs. Wird eine Nahrungsaufnahme entgegen der Appetenz erzwungen, dann kommt es zu psychogenen Abwehrsymptomen (Unverträglichkeitserscheinungen) wie Erbrechen, Leibschmerzen, Durchfall u.a., die bewußt-willentlich nicht überwunden werden können. Die sensorischen Qualitäten eines Nahrungsmittels sind ernährungsphysiologisch nicht weniger bedeutungsvoll als die eigentlichen nutritiven Qualitäten.