Quantcast

Die augmentierte iliosakrale Schraube bei Beckenfrakturen im Alter

Research paper by Grüneweller, Niklas, Fuchs, Thomas, Wähnert, Dirk, Raschke, Michael J.

Indexed on: 22 Dec '17Published on: 22 Jun '17Published in: OP-Journal



Abstract

Die demografische Entwicklung hat in den letzten Jahren zu einer Zunahme an älteren multimorbiden Patienten mit Beckenringfraktur geführt. Dabei stellen Diagnose, Therapie sowie peri- und postoperatives Patientenmanagement eine große Herausforderung dar. Für eine optimale Patientenversorgung ist ein interdisziplinärer Behandlungsansatz notwendig. In der Altersgruppe der > 65-jähringen Patienten sind Beckenringverletzung häufig durch Niedrigenergietraumen verursacht und mit einer reduzierten Knochenqualität vergesellschaftet. Die therapeutischen Optionen reichen von konservativen bis hin zu verschiedenen operativen Maßnahmen. Allerdings wird auch die operative Therapie durch altersbedingte Komorbiditäten beeinflusst. Daher werden hierfür minimalinvasive und schonende OP-Methoden favorisiert. Die mit zunehmendem Alter reduzierte Knochenqualität erschwert jedoch die knöcherne Verankerung von unfallchirurgischen Implantaten erheblich. Im Folgenden stellen wir ein minimalinvasiv durchführbares Verfahren, die Zementaugmentation von iliosakralen Schrauben, vor. Dieses kann bei therapierefraktären Beschwerden und immobilisierenden Schmerzen zur Behandlung der hinteren Beckenringfraktur bei reduzierter Knochenqualität durchgeführt werden. Die Schraubenaugmentation trägt hier zu einer deutlichen Verbesserung der Implantatverankerung bei. Das Augmentationsverfahren kann ohne wesentliche Erweiterung des Zugangswegs und der chirurgischen Morbidität durchgeführt werden. Kanülierte und spitzenperforierte Schraubensysteme werden nach der gewohnten perkutanen Implantation bei reduziertem Eindrehmoment mittels Knochenzement im Bereich der Schraubenspitze augmentiert. Ziel dieser Therapie ist eine suffiziente Schmerzreduktion und die sofortige Mobilisation unter Vollbelastung, um Komplikationen und Folgeschäden durch Immobilisation für den geriatrischen Patienten zu vermeiden.