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Die Aktivität der Thermoreceptoren bei nicht-thermischen Reizen bekannter thermoregulatorischer Wirkung

Research paper by Eberhard Dodt

Indexed on: 01 Mar '56Published on: 01 Mar '56Published in: Pflügers Archiv - European Journal of Physiology



Abstract

Die Art des Zusammenhanges zwischen der peripher-nervösen Thermoreception und thermoregulatorischen Vorgängen wird an Hand von Veränderungen der Thermoreceptor-Aktivität bei nicht-thermischen Reizen bekannter thermoregulatorischer Wirkung untersucht. Als solche nicht-thermischen Reize, die zur Erhöhung oder zum Absinken der Rectaltemperatur führen, sind z. B. Verminderungen der O2-Spannung sowie der Aufenthalt im thermoindifferenten CO2-Bad bekannt.Steigerung der CO2-Konzentration bewirkt bei den Kaltreceptoren der Katze (Chloralose-Urethan/Flaxedil) bei konstantem Temperaturreiz eine Verminderung ihrer Entladungsfrequenz, die sich innerhalb weniger Minuten exponentiell auf ein neues Niveau einstellt. Der verminderten Kaltfaseraktivität entspricht bei den Warmreceptoren eine deutliche Sensitivitätssteigerung. Wie das Impulsfrequenz/Temperatur-Diagramm der betreffenden Temperaturfasern zeigt, werden die Kaltund Warmreceptoren nach Eintritt der CO2-Wirkung von einer gegebenen Temperatur gleich stark erregt wie bei Luftatmung von einer höheren Temperatur.Bei stufenweiser Verminderung der O2-Spannung zeigen die spezifischen Kaltfasern bei konstanter Temperatur im leichten O2-Mangel eine Steigerung, im mittleren und stärkeren O2-Mangel dagegen eine Verminderung ihrer Entladungsfrequenz, während bei den Warmreceptoren erst im mittleren und stärkeren O2-Mangel eine Veränderung in Form einer Steigerung der Impulsfrequenz auftritt. Die bei exzessivem O2-Mangel gemessenen Lähmungszeiten sind bei den Warmreceptoren bis auf ein Mehrfaches der bei den Kaltreceptoren gefundenen Werte verlängert.Eine quantitative Beziehung der Gaskonzentration zur Änderung der Impulsfrequenz besteht nur für die einzelne Temperaturfaser, nicht aber für verschiedene Fasern untereinander. Die genannten Veränderungen der Impuls-Frequenz sind bei den Kaltfasern hochgradig von der zur Prüfung verwandten Temperatur abhängig. Die Untersuchung zeigt, daß Veränderungen der Thermoreceptor-Aktivität bei nicht-thermisch ausgelösten thermoregulatorischen Vorgängen maßgeblich beteiligt sein können.