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Der Keimgehalt der Uteruslochien im Wochenbett nach geburtshilflichen Operationen

Research paper by Klaus Thomsen, Ernst Fromm

Indexed on: 01 Jul '50Published on: 01 Jul '50Published in: Archiv fur Gynakologie



Abstract

Es wird über bakteriologische Untersuchungsergebnisse in den Uterus-, Cervix- und Scheidenlochien von 88 Wöchnerinnen am 2. bis 10. Wochenbettstag nach verschiedenen geburtshilflichen operationen berichtet und ein Vergleich mit den Befunden nach komplikationslosen Geburten durchgeführt. Nach Manualhilfe (klassische Armlösung,Veit-Smellie), Wendungen, Zangen aus Beckenmitte und Curettagen wurden im Gegensatz zu den Verhältnissen nach normalen Geburten bei der überwiegenden Mehrzahl der Wöchnerinnen Keime in den Uteruslochien festgestellt, die nicht selten zu positiven Kulturen mit teilweise üppigem Wachstum führten.Fast alle Wöchnerinnen nach manuellen Placentarlösungen beherbergen im Uterus massenhaft Vertreter der pathogenen Gruppen, vor allem anaerobe Streptokokken.Durch Verabfolgung von Badional und Supronal (10 g täglich) über mehrere Tage gelingt es, die Lochien bis aufDöderleinsche Vaginal-bacillen, die offenbar sulfonamidunempfindlich sind, keimfrei zu machen. Eine einmalige intravenöse Injektion von 3 g Badional oder 4 g Eleudron im Anschluß an die Geburt hat keinen bakteriologisch erkennbaren Effekt. Auf Grund der bakteriologischen Befunde wird eine etwa 3 Tage lang durchgeführte Sulfonamidprophylaxe nach klassischen Steißlagenentwicklungen, Wendungen, Zangen (mit Ausnahme der Beckenausgangszangen) und Curettagen für notwendig gehalten. Nach manuellen Placentarlösungen muß eine intensive Prophylaxe, am besten mit Supronal, mindestens 5 Tage lang durchgeführt werden.Die großen durch die Sulfonamidprophylaxe erzielten Fortschritte gehen aus einer Gegenüberstellung der als Folge der manuellen Placentarlösung aufgetretenen fieberhaften Wochenbettserkrankungen der Jahre 1928–1935 und 1944–1948 hervor.