Quantcast

Der Einfluß der Wehentätigkeit auf den Säure-Base-Haushalt der Mutter

Research paper by V. Lehmann, H. Wulf

Indexed on: 01 Sep '66Published on: 01 Sep '66Published in: Archiv fur Gynakologie



Abstract

Bei 52 schwangeren Frauen wurde der Säure-Base-Haushalt unter der Geburt und im Wochenbett kontrolliert. Gemessen wurden im Capillarblut die Wasserstoffionenkonzentration, der Kohlensäurepartial-druck, der Standardbicarbonatgehalt und der Baseüberschußwert. Bei 10 Patientinnen wurde zusätzlich die Lactat- und Pyruvatkonzentration im Venenblut bestimmt.Während der Wehentätigkeit tritt im Blut der Schwangeren eine metabolische Acidosis auf, die durch respiratorische Gegenregulation teilweise oder vollständig kompensiert sein kann. Der Basenverlust beträgt durchschnittlich etwa 7 mMol/1. Die Stärke der acidotischen Reaktion ist zur Geburtsdauer korreliert.Wesentlichen Anteil an der Acidosis hat die Zunahme des Lactat- und Pyruvatgehaltes. Der mittlere Milchsäureüberschuß von 4,90 mg- % ist ein Hinweis für anaerobe Stoffwechselvorgänge im Organismus der Mutter während der Wehentätigkeit. Die metabolische Acidosis nimmt schon während der ersten 24 Std nach der Geburt wieder ab, am 5. Wochenbettstag ist die Stoffwechsellage normalisiert. Die Veränderungen im Säure-Base-Haushalt der Mutter unter der Geburt haben sicher auch Rückwirkungen auf den Stoffwechsel des Feten.