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Clenbuterol bei der Amyotrophen Lateralsklerose Kein Hinweis für einen positiven Effekt

Research paper by I. Puls, M. Beck, R. Giess, T. Magnus, G. Ochs, K.V. Toyka

Indexed on: 01 Dec '99Published on: 01 Dec '99Published in: Der Nervenarzt



Abstract

Der positive Effekt von Clenbuterol auf die Muskulatur über eine Zellhypertrophie ist lange bekannt. Möglicherweise besitzt Clenbuterol Eigenschaften eines “nerve-derived myotrophic factor”. Die Expression muskelspezifischer Proteine wird verändert, wobei unterschiedliche Effekte zwischen Typ-I- und Typ-II-Fasern beobachtet werden. Clenbuterol induziert zudem die Synthese von NGF (“nerve growth factor”). Dem positiven trophischen Effekt von Clenbuterol auf die atrophierte Muskulatur stehen potentielle Nebenwirkungen in Form von Tremor und Kopfschmerzen gegenüber. Abhängig von der Dosis können lebensbedrohliche Hypokaliämien und -glykämien auftreten. Nach längerer Anwendung ist eine verstärkte Ermüdbarkeit der Muskulatur zu beobachten. Das zu erwartende Ausmaß der Funktionsverbesserung ist zudem aufgrund einer zunehmend verminderten Expression der b2-Adrenorezeptoren beschränkt. Clenbuterol wurde als mögliche symptomatische Therapie der Amyotrophen Lateralsklerose bisher nicht auf Wirksamkeit überprüft. Ein Effekt auf den neurodegenerativen Zellverlust über eine Stimulation von NGF konnte in keiner Studie belegt werden. Eine endgültige Aussage über die Wirksamkeit bei ALS wird sich erst nach Durchführung einer kontrollierten Therapiestudie machen lassen.