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Chirurgische Therapiekonzepte der fortgeschrittenen Herzinsuffizienz als Alternativen zur Herztransplantation

Research paper by M. J. Wilhelm, M. C. Deng, H. H. Scheld

Indexed on: 01 Jan '00Published on: 01 Jan '00Published in: Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie



Abstract

Die fortgeschrittene Herzinsuffiziens gewinnt mit einer Prävalenz von 0,1% eine zunehmende Bedeutung innerhalb des Patientenkollektivs mit kardiovaskulären Erkrankungen. Die 6- bis 12-Monats-Überlebenswahrscheinlichkeit ist mit 50–75% erheblich eingeschränkt. Seit der Einführung der Triple-Immunsuppression mit Cyclosporin, Azathioprin und Cortison galt die Herztransplantation als die Therapie der Wahl bei medikamentös therapierefraktärer Herzinsuffizienz. Das wachsende Mißverhältnis zwischen Angebot und Bedarf an geeigneten Spenderorganen limitiert jedoch die Zahl der Patienten, die transplantiert werden können, und erfordert eine restriktivere Listung zur Herztransplantation. In den zurückliegenden Jahren haben sich vielversprechende neue konservative und alternative chirurgische Therapieansätze entwickelt. Die konventionelle medikamentöse Therapie wurde verbessert durch den Einsatz von Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmern und antikongestiv wirksamen Betablockern. Die chirurgische Therapie der fortgeschrittenen Herzinsuffizienz ist erweitert worden durch die Einführung von Hochrisiko-Bypassoperation, Hochrisiko-Klappenchirurgie, mechanische Assistenzherzen, implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren, Ventrikelreduktionsplastik, Kardiomyoplastie und Multisite-Pacing. Diese Therapieoptionen werden entweder als Überbrückungsmaßnahme oder als mittel- und langfristige Alternativen zur Herztransplantation eingesetzt. Der Behandlungserfolg hängt entscheidend ab von der Selektion geeigneter Patienten für die jeweilige Therapie. Hierfür ist die Erstellung von Risikoscores auf der Basis nationaler und internationaler Patientenregister notwendig.