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Chirurgische Therapie der Pleuritis carcinomatosa

Research paper by D. Kaiser, G. Leschber

Indexed on: 01 Mar '96Published on: 01 Mar '96Published in: Acta chirurgica Austriaca



Abstract

Die Lebensqualität von Patienten mit malignem Pleuraerguß ist durch Atemnot beträchtlich eingeschränkt. Während Pleurodesemaßnahmen nur in seltenen Fällen zu langanhaltendem Erfolg führen, kann die operative Entfernung der parietalen Pleura diesen nahezu garantieren. Die Indikation zur Pleurektomie ist frühzeitig zu stellen. Die Lebensqualität des Patienten sollte eingeschränkt, andere limitierende Tumormanifestationen ausgeschlossen und das Narkoserisiko vertretbar sein.Die Pleurektomie kann minimal invasiv oder offen durchgeführt werden. Bei der videoassistierten thorakoskopischen Pleurektomie werden 2 Drittel der parietalen Pleura entfernt, wobei die mediastinale und diaphragmale Pleura belassen werden. Ist die Lunge durch Tumorphannus der viszeralen Pleura gefesselt, ist eine Thorakotomie zur Feindekortikation meist unerläßlich, um eine vollständige Reexpansion der Lunge zu erreichen.Zwischen 1985 und 1993 wurden 50 Patienten wegen Pleurakarzinose operiert, das sind 1,6% aller großen thoraxchirurgischen Eingriffe. Die 30-Tage-Letalität betrug 0%. 3 Patienten wurden minimal-invasiv operiert.Unsere Erfahrungen zeigen, daß bei Patienten mit deutlicher Einschränkung der Lebensqualität aufgrund einer Pleurakarzinose die Indikation zur operativen Behandlung bei vertrebrem Narkoserisiko eher großzügig gestellt werden sollte. Bei frühzeitiger Vorstellung, d. h. bevor sich ein Tumorpannus auf der viszeralen Pleura gebildet hat, kann der Eingriff minimal-invasiv durchgeführt werden.