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Chirurgische Therapie der infektiösen Endokarditis

Research paper by H. Siniawski, M. Musci, C. Knosalla, R. Hetzer

Indexed on: 28 Jan '15Published on: 28 Jan '15Published in: Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie



Abstract

Trotz der kontinuierlichen Verbesserung der medikamentösen und chirurgischen Therapie ist die infektiöse Endokarditis (IE) auch heute noch eine lebensbedrohliche Erkrankung mit einer hohen Mortalität und Morbidität. Der Erfolg der chirurgischen Therapie hängt von der rechtzeitigen Indikationsstellung ab; dabei ist eine frühzeitige interdisziplinäre Kooperation von entscheidender Bedeutung. Indikationen zur Operation sind eine bestehende Herzinsuffizienz, eine persistierende Infektion und ein erhöhtes Embolierisiko. Bei Patienten, die durch eine Herzinsuffizienz symptomatisch werden, ist das rechtzeitige Erkennen einer beginnenden kardialen Dekompensation wesentlich. Bei Patienten mit Vegetationen hängt der optimale Zeitpunkt für eine chirurgische Therapie von der Vorhersage des Embolierisikos ab. Weiterhin haben evtl. vorhandene extrakardiale septische Embolien und Begleiterkrankungen des Patienten Einfluss auf die Indikationsstellung. Im Zweifel ist die frühzeitige Operation vor Eintritt von Komplikationen empfehlenswert. Ist ein Klappenersatz erforderlich, eignen sich außer einem Homograft als „Goldstandard“ auch biologische oder mechanische Prothesen.