Quantcast

Biotherapie neuroendokriner gastrointestinaler Tumoren

Research paper by U. Plöckinger, B. Wiedenmann

Indexed on: 01 Jun '04Published on: 01 Jun '04Published in: Der Onkologe



Abstract

Für die überwiegende Anzahl der Patienten mit neuroendokrinen gastrointestinalen Tumoren ist der operative Eingriff die primäre Therapie. Meist jedoch ist die Erkrankung bei Diagnose so fortgeschritten, dass ein kurativer Eingriff nur selten möglich ist. Die Biotherapie ist dann indiziert, um die Symptome funktioneller Tumore zu vermindern, die Erkrankung zu stabilisieren und das Überleben zu verlängern. Für die Biotherapie stehen Somatostatinanaloga, Interferon oder die Kombination beider Prinzipien zur Verfügung. Die Biotherapie führt in 80% und 60% der Patienten zu einer Reduktion der Symptome bzw. Tumormarker und stabilisiert die Erkrankung bei etwa der Hälfte der Patienten. Für Patienten mit Karzinoidsyndrom führt die Biotherapie zu einer Verlängerung des Lebens, da die Komplikationen des Hypersekretionssyndroms nun beherrschbar sind. Ob der eher gering ausgeprägte antiproliferative Effekt der Biotherapie die Mortalität neuroendokriner Tumoren reduziert, ist noch nicht zweifelsfrei dokumentiert.In der Behandlung des Karzinoidsyndroms ist die Effektivität der Therapie mit Somatostatinanaloga oder Interferon vergleichbar. Für die Behandlung seltener Tumoren wie VIPom oder Glukagonom werden Somatostatinanaloga bevorzugt.