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Biomechanik des Stampftritts gegen den behelmten Schädel

Research paper by S. N. Kunz, J. Adamec

Indexed on: 12 Aug '16Published on: 10 Jun '16Published in: Rechtsmedizin



Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Immer wieder kommt es im Rahmen körperlicher Auseinandersetzungen zu Tritten gegen den Kopfbereich einer am Boden liegenden Person. Neben den unmittelbaren, tatsächlich auftretenden Verletzungen und Folgeschäden stellt sich bei der juristischen Beurteilung eines solchen Falls die Frage nach der potenziellen Gefährlichkeit dieser Gewaltanwendung. Ziel der Arbeit Ausgehend von einem Fallbeispiel werden in der vorliegenden Arbeit die forensisch-biomechanischen Aspekte von Stampftritten gegen einen behelmten Schädel und deren Verletzungspotenzial analysiert. Material und Methoden Fahrradhelme wurden hinsichtlich ihrer Schutzfunktion und ihres Bruchverhaltens bzw. der potenziellen Verletzungsgefahr bei vertikal ausgeführten Tritten untersucht. Hierfür wurden 5 fabrikneue KED-Fahrradhelme um den Aluminiumkern eines Dummy-Kopfes (Hybrid III) befestigt, der mit einem Kopfhautsurrogat aus Gummi, entsprechend den anatomischen Formen eines Kopfes (samt Gesicht und Ohren), überzogen wurde. Das Kopf-Helm-Modell wurde auf einer Mehrkomponentenkraftmessplatte positioniert. Die Ausführung der Tritte wurde mithilfe einer digitalen Hochgeschwindigkeitskamera aufgezeichnet. Ergebnisse und Schlussfolgerung Unsere Versuchsreihe hat gezeigt, dass aus dem Schadensbild am Helm nur sehr bedingt Rückschlüsse auf die Trittintensität gezogen werden können. Im gegenständlichen Fall (Tritte auf den behelmten Kopf, zusätzlich eine Schutzmaßnahme der Geschädigten durch Ablegen des Kopfes auf den am Boden aufliegenden Unterarm) ergibt sich selbst bei intensiven Tritten kein nennenswertes Risiko der Entstehung schwerer oder gar lebensbedrohlicher Verletzungen. Zusammenfassung Hintergrund Immer wieder kommt es im Rahmen körperlicher Auseinandersetzungen zu Tritten gegen den Kopfbereich einer am Boden liegenden Person. Neben den unmittelbaren, tatsächlich auftretenden Verletzungen und Folgeschäden stellt sich bei der juristischen Beurteilung eines solchen Falls die Frage nach der potenziellen Gefährlichkeit dieser Gewaltanwendung. HintergrundImmer wieder kommt es im Rahmen körperlicher Auseinandersetzungen zu Tritten gegen den Kopfbereich einer am Boden liegenden Person. Neben den unmittelbaren, tatsächlich auftretenden Verletzungen und Folgeschäden stellt sich bei der juristischen Beurteilung eines solchen Falls die Frage nach der potenziellen Gefährlichkeit dieser Gewaltanwendung. Ziel der Arbeit Ausgehend von einem Fallbeispiel werden in der vorliegenden Arbeit die forensisch-biomechanischen Aspekte von Stampftritten gegen einen behelmten Schädel und deren Verletzungspotenzial analysiert. Ziel der ArbeitAusgehend von einem Fallbeispiel werden in der vorliegenden Arbeit die forensisch-biomechanischen Aspekte von Stampftritten gegen einen behelmten Schädel und deren Verletzungspotenzial analysiert. Material und Methoden Fahrradhelme wurden hinsichtlich ihrer Schutzfunktion und ihres Bruchverhaltens bzw. der potenziellen Verletzungsgefahr bei vertikal ausgeführten Tritten untersucht. Hierfür wurden 5 fabrikneue KED-Fahrradhelme um den Aluminiumkern eines Dummy-Kopfes (Hybrid III) befestigt, der mit einem Kopfhautsurrogat aus Gummi, entsprechend den anatomischen Formen eines Kopfes (samt Gesicht und Ohren), überzogen wurde. Das Kopf-Helm-Modell wurde auf einer Mehrkomponentenkraftmessplatte positioniert. Die Ausführung der Tritte wurde mithilfe einer digitalen Hochgeschwindigkeitskamera aufgezeichnet. Material und MethodenFahrradhelme wurden hinsichtlich ihrer Schutzfunktion und ihres Bruchverhaltens bzw. der potenziellen Verletzungsgefahr bei vertikal ausgeführten Tritten untersucht. Hierfür wurden 5 fabrikneue KED-Fahrradhelme um den Aluminiumkern eines Dummy-Kopfes (Hybrid III) befestigt, der mit einem Kopfhautsurrogat aus Gummi, entsprechend den anatomischen Formen eines Kopfes (samt Gesicht und Ohren), überzogen wurde. Das Kopf-Helm-Modell wurde auf einer Mehrkomponentenkraftmessplatte positioniert. Die Ausführung der Tritte wurde mithilfe einer digitalen Hochgeschwindigkeitskamera aufgezeichnet. Ergebnisse und Schlussfolgerung Unsere Versuchsreihe hat gezeigt, dass aus dem Schadensbild am Helm nur sehr bedingt Rückschlüsse auf die Trittintensität gezogen werden können. Im gegenständlichen Fall (Tritte auf den behelmten Kopf, zusätzlich eine Schutzmaßnahme der Geschädigten durch Ablegen des Kopfes auf den am Boden aufliegenden Unterarm) ergibt sich selbst bei intensiven Tritten kein nennenswertes Risiko der Entstehung schwerer oder gar lebensbedrohlicher Verletzungen. Ergebnisse und SchlussfolgerungUnsere Versuchsreihe hat gezeigt, dass aus dem Schadensbild am Helm nur sehr bedingt Rückschlüsse auf die Trittintensität gezogen werden können. Im gegenständlichen Fall (Tritte auf den behelmten Kopf, zusätzlich eine Schutzmaßnahme der Geschädigten durch Ablegen des Kopfes auf den am Boden aufliegenden Unterarm) ergibt sich selbst bei intensiven Tritten kein nennenswertes Risiko der Entstehung schwerer oder gar lebensbedrohlicher Verletzungen.