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Betreuung des Patienten auf der Warteliste und nach Transplantation

Research paper by P. Burgwinkel, H.-H. Neumayer, K. Budde

Indexed on: 19 Aug '10Published on: 19 Aug '10Published in: Der Diabetologe



Abstract

Jedes Jahr werden in Deutschland knapp 18.000 Patienten, davon bis zu 30% Menschen mit Diabetes, erstmalig in Verfahren der chronischen Nierenersatztherapie aufgenommen und kommen damit als potenzielle Empfänger eines Nierentransplantates infrage. Die Nierentransplantation bedeutet auch für Diabetespatienten eine Verbesserung der Lebenserwartung und Lebensqualität. Die sorgfältige Vorbereitung des diabetischen Patienten auf der Warteliste ist gerade bei älteren Empfängern maßgeblich für den langfristigen Erfolg der Transplantation verantwortlich. Die meisten Dialysepatienten mit Diabetes mellitus haben multiple Begleiterkrankungen, u. a. ein metabolisches Syndrom mit einer kardiovaskulären Anamnese. Bei diesen Hochrisikopatienten sollte vor Transplantation eine detaillierte kardiovaskuläre Diagnostik erfolgen. Nach Transplantation kann auch die Wahl der Immunsuppression zur Verbesserung der Prognose beitragen und sollte im Hinblick auf den Transplantationsverlauf und die Vorerkrankungen des einzelnen Patienten modifiziert werden. So kann eine langfristig steroidfreie Immunsuppression die Blutglukoseeinstellung und damit das kardiovaskuläre Risikoprofil verbessern.In der Nachsorge sind abhängig vom klinischen Verlauf regelmäßige Intervalle zur Beobachtung wichtiger Stoffwechselparameter vor allem engmaschige klinische Untersuchungen im Hinblick auf die Progression der kardiovaskulären Begleiterkrankungen und anderer diabetischer Sekundärkomplikationen notwendig. Es sollte nach klinischer Einschätzung eine evidenzbasierte Indikationsstellung zur weiteren Diagnostik erfolgen. Jede schwerwiegende Komplikation die z. B. aus einer Überimmunsuppression (Infektionen) oder einer Unterimmunsuppression (Abstoßungsreaktion) hervorgeht, führt zu einer Reevaluation der immunsuppressiven Dauertherapie und bedarf engerer Nachsorgeintervalle in Abstimmung mit dem Transplantationszentrum.