Quantcast

Bergmännische Auffahrung eines U-Bahnhofes unter geringer Überdeckung

Research paper by G. Laue, L. Müller-Salzburg, M. Will

Indexed on: 01 Sep '78Published on: 01 Sep '78Published in: Rock mechanics and rock engineering



Abstract

Ein 600 m langes Baulos der Stadtbahn Bochum wurde in den Jahren 1975 und 1976 bergmännisch aufgefahren. Dabei waren ein unterirdischer Bahnhof sowie eingleisige und zweigleisige Streckenröhren herzustellen. Die Höhe der Überdeckung betrug 8 bis 3 m, wobei der gesamte Tunnelbereich entweder unter Straßen oder unter Gebäuden liegt. Der Untergrund besteht aus Mergeln stark unterschiedlicher Festigkeit und aus kohäsionsarmen, feinsandigen Schluffen und Kiesen. Teilweise wurden bei den Tunnelarbeiten auch alte Fundamentreste und Bombenschutt angetroffen. Die Tunnelarbeiten erfolgten entsprechend den Grundsätzen der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise und wurden durch ein umfangreiches Meßprogramm kontrolliert. An keiner Stelle sind Beschädigungen an Gebäuden aufgetreten. Die Setzungen lagen im allgemeinen in Größenordnungen um 20 mm.Besondere Beachtung verdient die erstmals zur Anwendung gekommene Bauweise für die Erstellung unterirdischer Bahnhöfe. Dabei werden zwei zueinander parallel verlaufende Röhren nacheinander aufgefahren, die sich im Kämpferbereich schneiden, wobei die Kämpferlasten durch eine gemeinsame Mittelwand aufgenommen werden. Der hierfür notwendige Bauablauf und die erforderlichen Baumaßnahmen sowie die durchgeführten Messungen über und unter Tage werden beschrieben und diskutiert.