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Bemerkungen zu den lufthygienischen Untersuchungen

Research paper by Ernst Effenberger

Indexed on: 01 Jan '62Published on: 01 Jan '62Published in: Zeitschrift fur Praventivmedizin. Revue de medecine preventive



Abstract

Trotz zahlreicher lufthygienischer Untersuchungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten durchgeführt wurden, sind unsere Kenntnisse über den Verunreinigungsgrad der Luft und über die Wirkung der Luftverunreinigungen auf den Menschen noch sehr lückenhaft. Leider wurden bei den meisten dieser Arbeiten die Grundsätze der statistischen Planung und Bearbeitung kaum berücksichtigt. Die erzielten Ergebnisse stehen daher in keinem Verhältnis zur Größe des Arbeitsaufwandes. Auf die häufigsten Untersuchungen, der Ermittlung von Geruchsstoffen und des Staubgehaltes der Luft, wird eingegangen. Als Beispiel einfacher Geruchsbeobachtungen, die den Anforderungen der Praxis voll genügen, wird eine Geruchskarte des Stadtgebietes von Hamburg gezeigt. Auf die sehr einfach durchzuführenden Staubniederschlagsmessungen mit Haftfolien oder Objektgläschen wird besonders hingewiesen. Dieses Verfahren gestattet mit einem Minimum an finanziellem und Arbeitsaufwand eine relativ gute Beurteilung des Verunreinigungsgrades der Luft durch korpuskuläre Bestandteile. Hierbei ist es möglich, mit Hilfe der Stereomikroskopie noch weitgehende Aussagen über die Zusammensetzung des Staubes zu machen. Eine kritische Beurteilung des Meßverfahrens sollte in allen Fällen vor Beginn der Messungen vorgenommen werden. Als Beispiel wird auf die Meßgenauigkeit des sehrverbreiteten Konimeters eingegangen. Vergleichsmessungen mit drei Konimetern zeigen deutlich den Bereich, in dem die Meßergebnisse streuen. Die starke Abhängigkeit des Meßergebnisses von der Luftprobenmenge wird besonders hervorgehoben. Die Bedingungen, unter denen die Meßergebnisse des Konimeters einigermaßen vergleichbar sind, werden angegeben. Daß das Konimeter nur einen Relativwert für den Staubgehalt der Luft liefert, ist kein Hinderungsgrund für die Verwendung bei lufthygienischen Beurteilungen.An Beispielen wird gezeigt, welche Bedeutung eine sorgfältige statistische Bearbeitung der Ergebnisse lufthygienischer Messungen hat. Abgesehen davon, daß dadurch das Risiko von Fehlbeurteilungen auf ein Minimum zurückgedrängt wird, lassen derartig bearbeitete Meßergebnisse wesentlich umfassendere Aussagen zu.