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Beiträge zur Definition, Differentialdiagnostik und Therapie „rheumatischer Erkrankungen“

Research paper by Imre Kopits

Indexed on: 01 Dec '32Published on: 01 Dec '32Published in: Archiv fur orthopadische und Unfall-Chirurgie



Abstract

1. Solche Erkrankungen, welche mit ausgesprochenen pathologisch-anatomischen Veränderungen einhergehen, ferner solche, in deren Ätiologie infektiöse oder toxische Momente eine Rolle spielen können, werden von dem Begriff „Rheumatismus“ ausgeschlossen.2. Als „rheumatische Erkrankungen“ werden die Myalgie, die Neuralgie und die Arthralgie betrachtet, welche rein funktionell bedingt sind, und mit der größten Wahrscheinlichkeit auf einer Zirkulationsstörung der peripheren Bewegungsorgane beruhen.3. Es wird versucht, die anatomisch bedingten Krankheiten von den funktionell bedingten klinisch-diagnostisch zu differenzieren. Die klinische Trennung innerhalb der „rheumatischen Gruppe“ ist manchmal undurchführbar, denn es gibt übergänge. Die „Myalgia perihumeralis“ wird als ein besonderes Krankheitsbild genauer umschrieben.4. Dezső Deutsch hat ein neues Verfahren angegeben, welches auf der Gefäßkrampfth eorie der „rheumatischen Erkrankungen“ beruht. Es besteht darin, daß den schmerzhaften Stellen entsprechend Histamin durch Iontophorese in die Haut eingeführt wird.5. Die Histamin-Iontophorese wirkt bei „rheumatischen Erkrankungen“ prompt schmerzstillend und hebt die Bewegungseinschränkung auf. Durch die mehrmalige Wiederholung des Verfahrens kann in vielen Fällen ein Dauererfolg erreicht werden.6. In vorliegender Arbeit wird über 120 Fälle berichtet, welche mit der Histamin-Iontophorese behandelt worden sind. Am schönsten waren die Erfolge bei Myalgien; bei Neuralgien hat sich die Methode nicht immer bewährt, dagegen ergab sie sehr gute Resultate in den wenigen Fällen von Arthralgie.7. Bei „nicht rheumatischen Erkrankungen“ der peripheren Bewegungsorgane ist die Wirkung der Histamin-Iontophorese nur symptomatisch, während sie bei „Rheumatismus“ als kausale Therapie anzusehen ist. Bei Arthritis chronica deformans und bei der Lösung der Kontrakturen hat sich die Histamin-Iontophorese gut bewährt, während sie bei den übrigen Bewegungsleiden noch einer genaueren Nachprüfung bedarf.8. Die Histamin-Iontophorese hat viele neue Fragen aufgeworfen und kann künftig auch in der „Rheumaforschung“ noch wertvolle Dienste leisten.