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Beiträge zum Wasserhaushalt der Pulmonaten

Research paper by Anna Walburga Pusswald

Indexed on: 01 Mar '48Published on: 01 Mar '48Published in: Journal of Comparative Physiology A



Abstract

Die Schnecken sind im Verhältnis zu anderen Tieren sehr blutreich. Das Blut ist ihr größter Wasserspeicher.Sehr viel Wasser enthält auch die Haut. Ihr Wassergehalt ist jedoch je nach ihrer Beschaffenheit bei den einzelnen Arten verschieden.Die Tiere erfahren die größten Gewichtsverluste durch ihre Verdunstung von der Haut aus.Die Schleimabgabe spielt nur eine geringe Rolle; auch wird sie durch die Verdunstung des Gesamttieres, schon bei geringem Austrocknungsgrad, stark gehemmt.Bei Arion nimmt bei Austrocknung des Tieres der Wassergehalt des Blutes und der Haut schneller ab als der des Gesamtkörpers.Die inneren Organe halten das Wasser dagegen zurück. Am meisten ist dies beim Schlundkopf der Fall (Muskulatur und Ganglienmasse).Bei Limax dickt das Blut, verglichen zu Arion, bedeutend schneller ein. Dagegen erfährt der Wassergehalt der Haut eine geringere Gewichtsabnahme als der des Gesamtkörpers. Der gesamte Hautmuskelschlauch von Limax behält sein Frischgewicht bis zu einer Austrocknung des Tieres von 20% bei. Die Haut dieser „Frischtiere“ ist von den drei untersuchten Arten am wasserärmsten.Bei „Sommertieren“ von Cepaea ist die Wasserverteilung in den einzelnen Organen eine ähnliche wie bei Arion und Limax. Der Wassergehalt des Blutes scheint jedoch bei den „Frischtieren“ etwas niederer zu liegen.Ein Vergleich zwischen Winter- und Sommertieren dieser Art zeigt, daß besonders das Blut im Sommer bedeutend wasserreicher ist als im Winter. Die geringste Veränderung des Wassergehaltes erfahren auch hier die inneren Organe (siehe Leber).Die Schnecken nehmen sowohl durch das Maul als auch durch die Haut größere Wassermengen in sich auf.Je höher der Austrocknungsgrad der Tiere ist, um so mehr Wasser wird durch das Maul und die Haut aufgenommen.Im Gegensatz zu früheren Beobachtungen (von Arvanitaki und Cardot) muß festgestellt werden, daß nicht nur das durch das Maul; sondern auch das nur durch die Haut aufgenommene Wasser zur Verdünnung des Blutes verwandt wird. Es wird dadurch das Blut auf zweierlei Weise möglichst wasserreich erhalten, eine Einrichtung, die für die gegen Verdunstung so sehr empfindlichen Tiere von großer Wichtigkeit ist.