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Augenbeteiligung bei Graft-versus-Host-Erkrankung nach Knochenmarktransplantation

Research paper by H. Mittelviefhaus

Indexed on: 01 Mar '00Published on: 01 Mar '00Published in: Der Ophthalmologe : Zeitschrift der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft



Abstract

Die Graft-versus-Host-Erkrankung führt häufig zu Augenbeschwerden. Leitsymptom ist dabei eine chronische Benetzungsstörung, die außerordentlich starke Beschwerden verursacht. Diagnoseweisend sind eine Chemose, eine hämorrhagische oder noch chartakteristischer eine schwere pseudomembranöse Konjunktivitis. Weitere Komplikationen, die bei Patienten mit Graft-versus-Host-Erkrankung vorkommen, sind Trübungen der Linse, Netzhautblutungen und ischämische Netzhautveränderungen mit Cotton-wool-Flecken, ein Papillenödem sowie eine Reihe sehr unterschiedlicher Infektionen des Auges. Diese letztgenannten Komplikationen sind jedoch nicht auf die Graft-versus-Host Erkrankung, sondern auf die zu ihrer Prophylaxe oder Behandlung durchgeführte immunsuppressive Therapie zurückzuführen.Wenn dagegen die Bindehaut bei einer Graft-versus-Host-Erkrankung erkrankt ist, spricht dies immer für eine generalisierte Ausbreitung der Immunreaktion und ist damit ein wichtiges Indiz für eine verkürzte Lebenserwartung des Patienten. Es ist deshalb von Bedeutung, das Krankheitsbild und die Therapie der Graft-versus-Host-Erkrankung zu kennen, damit die Augenbeschwerden effektiv gelindert und eine weitere Ausdehnung dieser lebensbedrohlichen systemischen Komplikation der Knochenmarktransplantation verhindert werden kann.